Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 100)
- Language
- German, English, Hebrew
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100 j. Kongreßsitzung: Referat über Landwirtschaft wurden an die 56.000 Extraktoren eingerichtet, die an 3 Millionen Kisten liefern. Derartige Maschinen wurden auch in Australien, Südamerika, Neuseeland eingeführt. Kein Landmann wird an die Aussaat schreiten, wenn er nicht einen Speieber für die Aufbewahrung seiner Ernte gesichert hat, und er wird seine Existenz nkht von dem Wunder abhängig machen, daß er seinen Ertrag noch auf dem Halm oder in der Scheune verkauft. Wir aber säen Körner unserer Volkswirtschaft ohne jede Sorge um die Vorbereitung der Schatzkammern, in denen die Erträge für die Dauer aufbewahrt werden können. Die Industrie selbst ist keine einfache Sache. Auch ihre Erträge müssen durch vorzügliche Qualität und schöne Form ausgezeichnet sein. Die Weltmärkte schließen sich von einem Tag zum anderen mehr durch feste Zollmauern ab. Und diese Mauern lassen sich nicht wie die Mauern Jerichos mit Schofarblasen stürzen, sondern nur durch Monopolprodukte. Zwei Faktoren sind es, die den Monopolcharakter eines Produktes bestimmen: Natur und Mensch. Die palästinensische Orange ist ein Naturprodukt, Die Butter in Dänemark, der Käse in der Schweiz und Holland sind vorwiegend Erzeugnisse des menschlichen Geistes, ebenso wie die Uhrenfabrikation in der Schweiz, die Farben in Deutschland und die berühmten Stoffe in England. Unser nationaler Genius sollte Monopolprodukte nicht nur aus dem Boden unseres Landes, sondern auch aus den Tiefen unserer Veranlagung holen. „Das Leben der Seelen in der Luft unseres Landes und der Balsam in dem Blumenstaub" die in dem herrlichen Lied von Jehuda Halevi bezeichnet sind, sollten auch in der Butter und dem Käse, in dem Wein und in dem Fruchtsaft, in dem Honig und den Früchten, im Mehl und in den tagtäglichen Bedarfsartikeln zu spüren sein, und nicht nur in der Lehre, im Lied und in den Feiertagsgegenständen. Die ersten Produkte, die wir auf den Markt bringen, werden das Los unserer landwirtschaftlichen Industrie entscheiden. Sollten sie bei ihrem ersten Erscheinen mißfallen, so ist alles verloren. Sie müssen mit dem Ruf einer besonders hohen Qualität hinaus, ohne den geringsten Fehler, einzig in Geschmack und Form. Ohne ein spezielles Forschungsinstitut, das sich mit der Suche von Wegen für eine hochqualitative Produktion und für Nebenproduktion befaßt, werden wir nicht zum Ziel kommen. Der Grundstock wurde in dem chemischen und bakteriologischen Laboratorium gelegt, das in der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Rechoboth aus den Mitteln der Stiftung Israel Sieff geschaffen wurde und an dessen Spitze Chaim Weizmann steht. Der „behütete Wein" (Jajin hameschumar) ist uns für die Tage des Messias versprochen. Der Wein kann nur als Symbol dienen. Unsere Volkswirtschaft wird weder in kleinen Anfängen bestehen können, noch wird sie ihre volle Entfaltung erreichen, wenn wir nicht, solange es noch Zeit ist, dafür sorgen, daß Grundlagen für die Pro-