Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 90)
- Language
- German, English, Hebrew
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90 j. Ko7igreßsitzung: Referat über Landwirtschaft DIE NATÜRLICHE ZITRUSZONE. Die Fläche der Zitruspflanzungen nimmt von Jahr zu Jahr zu und ihre Bedeutung in unserem wirtschaftlichen Bewußtsein nimmt ab. Die Extremen wollen, daß weitere Pflanzungen überhaupt aufhören, die Gemäßigten — bestimmte Beschränkungen. Und auch hier gibt es Auffassungsverschiedenheiten zwischen dem Einzelnen, der über die Zitrusfrüchte an und für sich urteilt, und dem Kolonisator, der die Sache analytisch unter Vergleich des Standes der Zitrusfrüchte mit dem Stande anderer Früchte auf dem Weltmarkt prüft. Die gesamte Landwirtschaft leidet unter einer schweren Krisis. Sogar der Kleinsiedler, der von Selbstarbeit lebt, wurde schwer betroffen. Dies gilt auch für den Musterbauer. In den modernsten Wirtschaften erzielt der Bauer nicht einmal so viel, wie der Lohnarbeiter bekommt. Die Erscheinung der „Schere" ist ein konzentriertes Symbol für die Krisis. Das Gleichgewicht zwischen den Preisen der Produktionsmittel und der übrigen Werkzeuge, die der Bauer zu kaufen hat, und den Preisen von Bodenerzeugnissen in roher oder bearbeiteter Form, die der Bauer auf den Markt bringt, ist beeinträchtigt worden. Das Mißverhältnis zwischen den Preisen, die der Konsument bezahlt, und denen? die er für seine Arbeit erhält, hat zugenommen. Produktionsüberschuß hat sich als Ueberrest des Krieges oder als Folge der Rationalisierung und Mechanisierung angehäuft. Mangel an Konsumption gegenüber Ueberschuß an Produktion ist auch als Folge von Aenderung des Geschmacks, der Mode und der Sitten gekommen. Aus dem Bestreben, den Körperbau fettlos zu halten, hat man begonnen, weniger Mehlspeisen und mehr Früchte, die die schlanke Linie des Körpers wahren, zu genießen. Die Zitrusproduktion ist nicht nur aus der Weltkrise unverletzt hervorgegangen, sondern sie hat sogar an Kraft gewonnen. Die Schneiden der „Schere" haben diese Industrie nicht verletzt. Gleichzeitig mit dem Steigen der Investitionssummen sind auch die Fruchtpreise gestiegen. Als belehrendes Beispiel kann ein Vergleich zwischen einer gemischten Wirtschaft im Lande, die auf Lohnarbeit begründet ist, und zwischen einem Orangengarten dienen. Wenn wir als Basis zu den Investitionssummen in der erwähnten gemischten Wirtschaft die Zahl 100 im Jahre 1913 annehmen, so betrug sie im Jahre 1926 199 und im Jahre 1930 136. Gegenüber dem Steigen der Investition hat der Gewinn sehr geschwankt. Wenn wir als Basis die Zahl 100 im Jahre 1913 annehmen, so betrug sie im Jahre 1926 501 (Gewinn) und im Jahre 1930 114 Verlust. Anders ist das Bild in Bezug auf die Zitruspflanzung. Das Investitionskapital betrug in den erwähnten drei Jahren der Reihenfolge nach 100, 245 und 164, der Reingewinn dagegen befand sich in dauerndem Aufstieg und betrug 100, 144 und 167. Kein landwirtschaftlicher Zweig kann an Stelle der Zitruspflanzungen kommen, wenn sie sich in ihrer natürlichen Zone und auf natürlichem, leichtem Boden befinden. Keine Früchte sind vorläufig mit den