Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 86)
- Language
- German, English, Hebrew
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86 j. Kongreßsitzung: Referat über Landwirtschaft dichte und der ununterbrochenen Ernten. Der Prophet solcher Bevölkerungsdichte, Arnos, war Herdenbesitzer und Sykomorenpflanzer, also ein Fachmann in der Landwirtschaft. Seine Vision wird zur Wirklichkeit nicht durch Wundertaten, sondern auf natürlichem Wege. Die Weisheit des Menschen, seine große Energie, das Feuer seines Glaubens, seine Liebe, seine Macht und Kraft und sein Vermögen werden das Gesicht der Erde verändern und die Oede in Lustgärten verwandeln. Auch diejenigen, die in die Geheimnisse des Bodens eingeweiht sind, sind manchmal überrascht, wenn sich ihnen bei ihrer Arbeit und ihren Forschungen die Geheimnisse des Bodens offenbaren. „Ein Land, das von Milch und Honig fließt," erscheint vielen als übertriebene Phrase, da sie glauben, daß die Leute aus dem Orient Uebertreibungen anwenden oder daß die Begriffe der Leute, die in der Wüste gewandert, sehr arm waren. Aber die Vision von heute wird morgen zur Wirklichkeit werden. Das kleine Land ist imstande, eine Million Kühe zu ernähren anstatt der 60.000, die es dort heute gibt. Und die Landwirtschaft im Gebiet des schweren Bodens, die heute einen Ertrag von etwa 2 Millionen Pfund abwirft, ist imstande 25 Millionen zu bringen, wenn wir das Korn in Fleisch und Milch nach dem Muster unserer vollkommenen gemischten Wirtschaften verwandeln. Die 100.000 Dunam, die bisher mit Lupinen und Gerste bebaut waren und jetzt zu Zitrusfrüchten übergingen, haben höchstens Ernten im Werte von 30.000 Pfund gebracht. Bei Bepflanzung mit Zitrusbäumen werden sie, wenn sie zur vollen Ertragsfähigkeit gelangen, auch bei minimalen Preisen 3,000.000 Pfund hergeben. Und viele Ernährungsquellen werden nach Ablauf der Versuchsperiode ihre Erträge noch bei weitem verstärken. Der Tag ist nicht fern, an dem man in verschiedenen Zonen dem arbeitenden Menschen auf zehn Dunam eine weit bessere Existenz wird sichern können, als man es heute mit 150 Dunam erzielen kann. Und was die Wissenschaft durch Erforschung in Jahrzehnten erreichte, konnte man auf dem Wege der Tradition auch nicht in Jahrhunderten erzielen. Aber auch die Revolution in der Landwirtschaft geht auf dem Wege der Evolution vor sich. Luftfahrzeuge hat die Landwirtschaft nicht erfunden und Radio hat sie nicht entdeckt. Sie wächst organisch und der kürzeste Tag auf dem Gebiete der Landwirtschaft kann nicht weniger als zehn Jahre dauern. DER ANBLICK DER GEGENWART. In einer Kolonisation von weitem Maßstab bestehen diese Axiome, die unbestreitbar sind. Als für Kolonisation geeignet kann nur solcher Boden betrachtet werden, der Produkte erzeugen kann, die in technischer Hinsicht, sowohl ihrer Qualität als der Quantität ihrer Ernten nach, die Versuchsperiode schon durchgemacht haben und denen in kommerzieller Hinsicht Vorzugspositionen auf dem Weltmarkt gesichert sind. Im Lichte dieser Grundsätze müssen wir die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft, die im Lande bestehen, prüfen, damit wir zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen unterscheiden können.