Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 87)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wükansky 87 . Auf zwei entgegengesetzten Grundlagen sind heute selbsterhaltende Wirtschaften zu errichten, auf Grund von Zitrusfrüchten und auf Grund von Kornbrot. Die Zitrusfrüchte setzen die Form der intensiven Wirtschaft fest, Weizen die extensive. Jede stellt nach ihrer Art eine einheitliche Wirtschaft dar. Die eine zeichnet sich durch die Höhe der Einnahmen pro Dunam aus, die andere gewinnt an Kraft durch die Erweiterungsmöglichkeit der Wirtschaftseinheit bis zu über 500 Dunam, um dem arbeitenden Menschen einen anständigen Lebensstandard zu sichern, da ein einzelner mit Hilfe der Mechanisierung sogar 1000 Dunam bearbeiten kann. Die übrigen Zweige der Landwirtschaft haben zum Teil in technischer Hinsicht die Versuchsperiode noch nicht durchgemacht, zum Teil gibt es für ihre Produkte keine aufnahmsfähigen Märkte, oder sie kommen diesen beiden elementaren Forderungen zu gleicher Zeit nicht nach. Für den Einzelnen, der nur seine Rechnung macht, können verschiedene Früchte, die zufällig Erfolg hatten, als Ernährungsquelle dienen, da er sie auf dem lokalen Markt absetzen kann. Für den Kolonisator aber, dessen Einheit die „Zehntausend" ist, kommen solche zweifelhafte Ernährungsquellen nicht als Grundlage für Kolonisation in Betracht. In vielen Zonen, die zwar eine große Zukunft vor sich haben, gibt es für ihn vorläufig keine einzige sichere Existenzquelle. Er hat das ganze Land als eine Wirtschaft zu betrachten, in der die eine Quelle die andere ergänzt, ohne sie zu verschütten. Der schwere Boden, mit dem wir in den letzten zehn Jahren durch Futter- und Gemüsezucht viel erreicht haben und der imstande ist, eine große Zahl von Vieh und Geflügel zu erhalten, konnte seine Produkte noch nicht konkurrenzfähig machen, um sie auf den Weltmarkt zu bringen. Das Wasser, das entdeckt wird, wird die Lösung näher bringen, es hat aber diese noch nicht gebracht. Und der Geist des Kolonisators muß mit dem Boden und den Märkten verbunden sein und nicht nur über der Oberfläche des Wassers schweben, als ob wir Fische wären, die nur im Wasser leben können. INNERER MARKT UND WELTMÄRKTE. Im Laufe der letzten zehn Jahre sind wir zu einer der größten Errungenschaften in unserer Volkswirtschaft gelangt. Wir haben die gemischte Wirtschaft in ihrem gegenwärtigen Aufbau errichtet. Der Emek mit seinen Hunderten von Keren Hajessod-Wirtschaften auf Nationalfondsboden versorgt mit Milch, Eiern, Gemüse und verschiedenen Früchten den jüdischen Jischuv im Lande. Eine moderne Wirtschaft von 100 Dunam unbewässerten Bodens ist imstande, zwanzig Familien mit Milch zu versorgen, sechs Familien mit Eiern, drei mit Geflügelfleisch, zwei mit Gemüse und vier mit verschiedenen Früchten. Ihre Kapazität ist aber noch viel größer. Die bestehenden Wirtschaften sind imstande, ohne große Investitionsausgaben 20 Millionen Liter Milch zum Verkaufe zu produzieren. Es besteht aber keine Hoffnung, daß für die nächste Zukunft die Bevölkerung der Städte das