Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 77)
- Language
- German, English, Hebrew
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Farbstein 11 Aviv zu besichtigen und sich zu überzeugen, daß der Erfolg der Kleinindustriellen, die mit beschränktem Kapital angefangen haben, auf ihre Erfahrung, Initiative und Eifer zurückzuführen ist. Auch nachdem mehrere Unternehmungen gemeinsam besichtigt worden waren und sich der Direktor von der Richtigkeit unserer Behauptungen überzeugt hatte, blieben unsere Forderungen ohne jegliche Angabe von Gründen unerfüllt. Noch ein weiterer Faktor hindert die Entwicklung der Industrie und des Handels. Die Mandatsregierung hat sich auf das lächerliche Prinzip festgelegt, daß nur Leute bis zu ihrem 35. Lebensjahr für die Arbeit und Immigration nach Palästina geeignet sind. Niemand wird bezweifeln, daß die Jugend die Schwierigkeiten der landwirtschaftlichen Arbeit leichter überwindet. Aber es ist lächerlich, zu behaupten, daß Juden, die im 36. oder in einem höheren Lebensjahr stehen, für den Aufbau der Nationalen Heimstätte in Palästina ungeeignet seien. Vielmehr hat der 35 jährige genügend Erfahrungen, um seinen Betrieb sparsam zu leiten und für seine Ware Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Man kann die Regierung nicht beschuldigen, daß sie im Prinzip der Industrie gegenüber negativ eingestellt wäre. Noch im Jahre 1924 hat der High Commissioner bewiesen, daß er für die Forderungen der Industrie großes Verständnis hat. Sämtliche Maschinen für Industrieanlagen und manche Rohmaterialien wurden vom Zoll befreit. Ferner hat die Regierung die Zollrückvergütung für Waren verordnet, die vom Ausland nach Palästina kommen und nach einer gewissen Zeit wieder exportiert werden. Aber Jahre sind vergangen, bis man die Regierung von der Notwendigkeit überzeugen konnte, ein Gesetz für Rückerstattung von Zöllen für veredelte Waren zu erlassen. Erst vor einem halben Jahre hat die ständige Regierungskommission für Handel und Industrie von der Regierung eine prinzipielle Resolution in dieser Angelegenheit erhalten. Es ist zu unserem Bedauern festzustellen, daß, obwohl die Zollsätze in vielen Ländern, darunter in den meisten Ländern des Mittleren Ostens, erhöht wurden, die palästinensische Regierung sich auf den Standpunkt festgelegt hat, daß eine weitere Erhöhung der Zölle eine Erhöhung der Preise und folglich auch der Lebenskosten mit sich bringe. Sämtliche in diese Richtung gehenden Bemühungen der Abteilung für Handel und Industrie sind erfolglos geblieben. Jahre hindurch hat man in der ständigen Kommission für Handel und Industrie den Standpunkt verteidigt, daß eine Entwicklung der Industrie ohne einen Zollschutz unmöglich sei und daß der Zollerhöhung die Lebenskostenverteuerung nicht folgen wird. Man ist an den Vorsitzenden der ständigen Kommission mit dem Vorschlag herangetreten, einen Erziehungs-Schutzzoll einzuführen, d. h. daß die Regierung den Zollsatz für bestimmte Waren auf eine gewisse Zeit erhöht unter der Bedingung, daß die Unternehmer sich verpflichten, dies auf dem Absatzmarkt nicht auszunützen, widrigenfalls der Zoll automatisch wieder herabgesetzt wird. Die Regierung hat