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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 75

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 75 (sequence 75)
Language
German, English, Hebrew
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Farbstein 75 sondern qualitativ bedeutend. Zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, daß sich die Großindustrie von der jüdischen Kleinindustrie separiert hat, und es hat auch den Anschein, als ob sie mit dem kleinen Mann überhaupt nicht in Kontakt kommen will, mit dem kleinen Mann, dessen Schweiß und Kapital den Boden für die industrielle Entwicklung Palästinas vorbereitet hat. Wichtig ist noch, daß über die Großunternehmungen keine Kontrolle ausgeübt wird und sich diese einer eventuellen Aufsicht aufs strengste widersetzen. Was die Klein- und Mittelstandsindustrie anbetrifft, so ist es erstaunlich, daß die Presse und die Juden im Galuth die Bemühungen dieser Unternehmungen in ihrem schweren Existenzkampf nicht zu schätzen wußten. Hat jemand von der Oeffentlichkeit versucht, die Pionierarbeit, die von den jüdischen Industrieuntern-ehmungen geleistet wurde, zu würdigen? Man erwähnt nur nebenbei, daß die Industrie hundertprozentig jüdische Arbeiter beschäftigt. Aus den kleinen Anfängen im Jahre 1924, als noch die Verhältnisse des Landes gegen jegliche Industrie waren, begannen einige Industrieunternehmer mit aufrichtigem zionistischen Eifer bescheidene Industrieunternehmungen zu schaffen, in einer Zeit, in der man weder qualifizierte Arbeiter finden noch entsprechende Werkzeuge kaufen konnte. Und dieselben Industrieunternehmer schaffen jetzt eine Industrie, die viel mehr Arbeiter als die Landwirtschaft beschäftigt und bessere Löhne zahlt. Die Finanzleute und unsere Wirtschaftskenner sprechen von den Industrieunternehmern wie von Bettlern, die immer um Almosen bitten. Aber man vergißt dabei, wieviel die palästinensische Industrie verloren hat, indem sie Tausenden von jüdischen Arbeitern erst eine technische Schulung gegeben und ihre Unternehmungen unter schwersten Bedingungen geschaffen hat. Sind es nicht Positionen, die eine nationale Würdigung verdienen? Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie unsere heutige Lage wäre, wenn die jüdische Industrie nach den Unruhen im Jahre 1929 und dem darauf erfolgten arabischen Boykott der jüdischen Erzeugnisse lediglich von „wirtschaftlichen" Prinzipien geleitet worden wäre. Obwohl die Verkaufsmöglichkeiten verringert und die Märkte in Syrien, Libanon und anderen Nachbarländern für jüdische Produkte geschlossen wurden, haben unsere Industrieunternehmer keinen einzigen Arbeiter abgebaut und ihre Arbeit weiter fortgesetzt. Diese Antwort auf den Boykott hat die Araber auf den Gedanken gebracht, daß der Boykott keine nützliche Waffe sei. Unsere Industrieunternehmer haben diese große Arbeit in aller Stille geleistet, ohne einen Lohn für ihre Bemühungen oder einen Dank zu fordern. Und niemand wußte diese große nationale Arbeit, die von den Unternehmern geleistet wurde, zu schätzen. Und hier kommen wir zu der wichtigen Frage der internen Konkurrenz innerhalb der jüdischen Industrie. Es ist interessant festzustellen, daß die allgemeine Meinung innerhalb des Jischuv und der zionistischen Oeffentlichkeit im Galuth dahin geht, die Absorbierungsmöglichkeiten ähnlicher Unternehmungen gering zu schätzen. Die zionistische Oeffentlichkeit denkt, daß man dem Einzelnen das morali-

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