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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 74

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 74 (sequence 74)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8481-3484631
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74 j. Kongreßsitzung: Referat über städtische Kolonisation heraus getan: Es hat Tel Aviv gebaut, hat Fabriken errichtet, Möglichkeiten neuer Industrien geschaffen usw. Doch ist ein großer Teil des angelegten Vermögens zu Grunde gegangen, den man hätte retten können, wenn die zionistische Leitung Anstrengungen gemacht hätte, den Boden vorzubereiten und die nötigen Kenntnisse über die industriellen Möglichkeiten in Palästina und den Nachbarländern zu vermitteln. Aber da dies früher nicht geschehen ist, mußte jeder Jude, der nach Palästina kam, auf eigene Faust und auf eigene Rechnung mit Experimenten beginnen, die nicht glücken konnten. Doch dank den kleinen oder vielleicht großen Opfern, wurde der Boden vorbereitet, auf den sich die neue Industrie gründet. Zeit und Wirklichkeit taten das ihre und nun begannen, ohne jede Hilfe seitens der Exekutive, immer mehr Juden sich mit den Dingen der Industrie zu befassen. Dazu kommt noch ein wichtiger Faktor, der die Errichtung einer Industrie erleichtert hat, und das ist die elektrische Kraft, deren Preis für die Industrie sehr angemessen ist. Da gewisse Kreise, unter ihnen auch Kreise der Leitung der Jewish Agency für Erez Israel, der Meinung zuneigen, daß die Industrie keinen wichtigen Raum in der Wirtschaft des Jischuv einnehmen könne und solle, ist es am Platze, den großen Wert aufzuzeigen, den die Industrie für Erez Israel hatj wenn wir die Absatzmärkte in Anschlag bringen. Der natürliche Markt für die jüdische Industrie ist Erez Israel und die Nachbarländer zu einer Zeit, da die Märkte für Zitrusfrüchte entlegen sind. Die industrielle Produktion besitzt alle Vorzüge der geographischen Lage, während unsere Edelfrüchte alle Nachteile der großen Entfernung haben und die Konkurrenten, die sich in einer günstigeren geographischen Lage befinden, im Vorteile sind, zumal da sie in der Organisation und im Transport der Ware große Erfahrung besitzen. Unsere Landwirtschaft basiert auf einer einzigen Gattung von Produktion, während unsere Industrie jetzt schon unzählige Arten von Waren produziert und sich daher sehr schnell den Aenderungen auf dem Markte anpassen kann. Die durchschnittliche Kapitalsinvestition in der Industrie ist viel kleiner als die in der Landwirtschaft, der durchschnittliche Arbeitslohn in der Industrie stellt sich viel höher als in der Landwirtschaft, die jüdische Industrie beschäftigt ihre Arbeiter das ganze Jahr hindurch, während die Landwirtschaft die Arbeiter nur saisonmäßig beschäftigt. Wenn wir noch in Betracht ziehen, daß das menschliche Element fähiger für die Entwicklung der modernen Industrie ist und der jüdische Industrieunternehmer intelligent und energisch ist, so können wir hoffen, daß die Konkurrenzmöglichkeiten für unsere Waren in Preis und Qualität im Vorhinein gesichert sind. Dabei wird uns auch das zionistische Sentiment helfen können, da in den Nachbarländern Palästinas zahlreiche jüdische Kaufleute mit der Idee des Palästinaaufbaus sympathisieren und eine wichtige Rolle als Handelsvermittler zwischen uns und den Nachbarländern spielen können. Spricht man von der Industrie, so müssen wir die Großvon der Kleinindustrie unterscheiden. Die Großindustrie ist nicht quantitativ,

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