Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 67 (sequence 67)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8474-3484624
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Brodetsky 67 für uns selbst und jeden Vorteil und Gewinn für die Araber. Wir wollen in freundschaftlichen Beziehungen mit den Arabern Transjordaniens und der Nachbarländer leben, wo unser Unternehmungsgeist und unsere Tatkraft zu wechselseitigem Vorteil führen kann. Wir haben den Arabern im weitesten Sinne viel für den nationalen Wiederaufbau zu bieten, dessen wir uns in Palästina erfreuen. Nur kleinliche Politiker begrenzen unsere wechselseitigen Beziehungen auf vereinzelte Angriffe auf unsere neugepflanzten Gärten und Wälder. Wir blicken auf tausend Jahre zurück und sehen, wie wir in Frieden und Würde mit Mitgliedern der großen arabischen Nation leben können. Unsere politische Arbeit muß auf der Auffassung beruhen, daß Palästina alle Faktoren verbindet, die ein nationales Leben schaffen. In Palästina und durch Palästina müssen wir das große Unglück des Galuth, die politische Unsicherheit des jüdischen Lebens, gut machen. In und durch Palästina müssen wir das schaffen, was im wirtschaftlichen Leben des Judentums am meisten fehlt, nämlich ein wirtschaftliches Gleichgewicht, durch das die verschiedenen Berufe der Juden sich dem anpassen, was das jüdische Volk braucht. In und durch Palästina müssen wir unser jüdisches geistiges Leben wieder aufbauen, begründet auf der Sprache, in der unsere Propheten sprachen und unsere Dichter sangen, und auf den großen Idealen, die sie der Menschheit gaben. Nicht einen palästinensischen Territorialismus brauchen wir, sondern eine palästinensische Neuschöpfung jüdischen Lebens (Beifall). Schließlich muß der Kongreß über einen politischen Weg Beschluß fassen und den Nationen der Welt die Wahrheit über die Lage des jüdischen Volkes und über Palästina als die Rettung des jüdischen Volkes klar machen. Vor allem muß dies Großbritannien lernen. Wir müssen für unser Volk das Wort führen vor den anderen großen Nationen. Wir müssen an den Völkerbtmd appellieren, der das konzentrierte Gewissen der Menschheit darstellt. Die Arbeit Dr. Jacobsons in Genf hat viel dazu beigetragen, um sowohl den Beamten des Völkerbundes, als auch den Staatsmännern verschiedener Länder unser Problem näher zu bringen. Das parlamentarische Komitee im Unterhause in London, das Komitee in Washington, die Komitees in Paris und in anderen Hauptstädten stellen wichtige Schritte auf diesem Wege dar und müssen weiter entwickelt werden. Es ist höchst bedauerlich, daß ein Teil unserer Bewegung ein kindisches Spiel aufgeführt hat mit dem Gedanken einer Petition an die Menschheit, die sie als auf die Nicht-Kooperation mit der Mandatarmacht begründet erscheinen ließ (Lebhafter Beifall und Zustimmung), Der Kongreß muß diesen falschen Eindruck gutmachen und seinen Appell an das Gewissen der Menschheit, gestützt auf Kooperation mit Großbritannien, richten. Unsere Jugend, die in vielen Ländern nur die eiserne Mauer der Hoffnungslosigkeit vor sich sieht, unsere ältere Generation, die nach einem Leben der Arbeit Vernichtung und Vertreibung als ihr Los sieht, das ist ein gewaltiger Ruf an die Menschheit, an Großbritannien, an den Völkerbund, an alle Nationen, die die 5*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.