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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 65

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 65 (sequence 65)
Language
German, English, Hebrew
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Brodetsky 65 Palästina ist es doppelt wahr, daß die praktischen Errungenschaften auf dem Feld, in der Plantage, in der Fabrik, unsere größte politische Waffe sind (Beifall). Ich glaube, daß es nunmehr möglich ist, Körperschaften zur Mitwirkung für uns zu gewinnen, die uns früher fern standen oder die uns sogar bekämpften. Man ist zu uns gekommen und hat Einheit der Aktion verlangt. Eines der Probleme, mit denen wir uns zu beschäftigen haben, ist der Status der Jewish Agency, der Körperschaft, deren Aufgabe es ist, die Mandatarmacht zu beraten und mit ihr zusammen zu arbeiten. Dieser Status muß gestärkt, vielleicht neu definiert werden, insbesondere in Anbetracht der gefährlichen Experimente mit der Verfassung, die die Regierung anzustellen beabsichtigt. Eine geeinigte Judenheit, die geschlossen hinter unserer Arbeit steht, wird der Agency in beträchtlichem Maße die Autorität gegenüber der Regierung verleihen, die sie noch nicht besitzen kann. Wenn aber die Juden der Welt in Palästina ihre Rettung erblicken sollen, dann müssen wir uns für einen dritten Punkt unserer Politik entscheiden; und dieser betrifft den Status der Juden in Palästina. Nehmen wir die Frage des Gesetzgebenden Rates. Auch in diesem Falle waren wir sehr besorgt, als die Angelegenheit vor einem Jahr zur Sprache kam. Damals machte Dr. Sokolow sofort unseren Standpunkt zu dieser Frage klar. Seit damals ist es anscheinend still geworden und viele von uns haben diese Frage einfach vergessen, weil sie nicht so unmittelbar vor uns steht. Aber aus den Erklärungen der Regierung in Genf im November und Juni ist klar, daß der Gesetzgebende Rat für uns eine Frage ständigen Interesses und dauernder Aktualität sein muß. Warum besteht bei allen Juden mit sehr wenig Ausnahmen ein starkes Gefühl der Besorgnis, so oft dieser Vorschlag auch nur erwähnt wird? Die Ursache ist, daß wir die Empfindung haben, daß die Einführung einer solchen Aenderung in der Verfassung des Landes bedeuten könnte, daß wir uns in einer Mehrzahl zu unterwerfen haben. Und wir gehen nicht nach Palästina, um dort die Lage zu verewigen, in der wir anderswo sind, der Spielball anderer Faktoren zu sein, die über unser Schicksal entscheiden und unsere vielfache Erfahrung zu wiederholen aus Ländern, wo jüdische Arbeit und Energie und Intelligenz willkommen sind, solange bis man sie nicht mehr braucht. Wir betrachten Palästina nicht als eine der Stationen auf dem Wege Ahasvers, wir betrachten es als die Endstation, und darum ist die Frage des Status der Juden, die sich in Palästina niederlassen, von entscheidender Wichtigkeit. Wir haben Besorgnisse wegen etwaiger Verfassungsänderungen in Palästina, weil sie uns zu einer Minorität stempeln könnten, uns eine legalisierte Position als eine Minorität in dem Lande geben könnten, für welches die Frage nicht gelten darf, ob die Juden eine Minorität oder eine Majorität sind. Palästina muß das Land des jüdischen Volkes sein (Beifall), wo es den Status einer Nation mit jener nationalen Freiheit haben muß, ohne die das Leben eines Volkes sinnlos ist.

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