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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 64

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 64 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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64 2. Kongreßsitzung: Politisches Referat -plin des Kongresses und der von ihm eingesetzten Behörde. Wenn der Kongreß dies nicht tut, dann werden unsere politischen Aktionen nach außen geschwächt und vielleicht ihrer stärkeren Wirkung beraubt sein. Der zweite Punkt, auf den wir uns konzentrieren müssen, ist die Mobilisierung der jüdischen öffentlichen Meinung. Nie noch hat das Judentum als Ganzes so klar wie heute erkannt, daß nur Palästina die jüdische Krankheit heilen kann. Palästina ist zur großen Hoffnung aller Juden geworden. Vielleicht ist Platz für deutsche Juden in irgendwelchen Ländern, vielleicht kann Platz für sie durch diplomatische Aktionen geschaffen werden. Aber wo sie auch hinkommen, außer Palästina, finden sie nur eine vorübergehende, keine dauernde Lösung ihres Problems (Beifall). Ja, sie werden neue Probleme für sich und andere schaffen. Palästina ist die einzige dauernde, endgültige Lösung. Der zionistische Glaube hat oft eine zweifache Form angenommen: Palästina war nötig zur wirtschaftlichen Rettung von Juden in zurückgebliebenen östlichen Ländern, wo sie unterdrückt wurden, für das Westjudentum dagegen war Palästina ein kulturelles, ein geistiges Ziel. Es war immer etwas Philanthropie in unseren Zionisten. Heute hat sich alles geändert. Das jüdische Volk erkennt, wie sehr es Palästina braucht, nicht nur für jene anderen, die verfolgt werden, sondern für jeden einzelnen von uns. Die Lage in Deutschland hat uns gezeigt, daß Westjuden Palästina genau ebenso nötig haben wie Ostjuden (Beifall), Doch das, was wir so erkannt haben, ist noch nicht in Taten umgesetzt. Die Palästinabewegung hat nicht jene Kraft gewonnen, die die Geschichte der letzten Monate ihr hätte geben müssen. Theoretisch haben die Juden erkannt, daß Palästina das einzige Land ist, auf das sie ihre Hoffnung setzen können, aber in der Praxis ist die Antwort der Juden auf die Möglichkeit Palästinas noch immer recht unzulänglich und bei weitem nicht das, was das Judentum tun könnte, wenn es seine Möglichkeiten und seine Verantwortung wahrhaft verstünde. Von diesem Kongreß muß ein Ruf an das Volk ergehen, der nicht überhört werden kann. Es geht nicht um Worte. Noch so viele Deklarationen und Resolutionen werden nicht leisten, was nötig ist. Es geht um praktische Pläne: Wenn das Judentum der Welt sehen wird, daß wir das Problem der deutschen Juden in Palästina so anfassen, daß sie Vertrauen gewinnt, daß wir wirklich imstande sein werden, unseren deutschen Brüdern durch Palästina und in Palästina zu helfen und zugleich unsere Wurzeln im Lande zu stärken und es instandzusetzen, die Probleme der Juden in anderen Ländern zu lösen, wo die Lage nicht so katastrophal, aber die Not nicht viel geringer ist als in Deutschland, dann wird sich uns das Volk anschließen und uns die politische Kraft geben, zu fordern und mit Erfolg zu fordern. Denn die politische Kraft eines Volkes besteht nicht in der Persönlichkeit des einzelnen, der die Forderung stellt, oder in der Energie, mit der die Forderung vertreten wird, sondern in der Erkenntnis, daß hinter der Forderung der vereinigte Wille eines Volkes steht, das bereit ist, seine Ansprüche durch finanzielle Mittel und Arbeit zu stützen. In

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