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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 63

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 63 (sequence 63)
Language
German, English, Hebrew
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Brodetsky 63 die Regierung. Und wenn in der jüdischen Geschichte der Neuzeit die dringendste Not entsteht und Zehntausende, vielleicht Hunderttausende von Juden eine Zuflucht suchen, verlangen wir die Anerkennung dieser Not seitens der Mandatarmacht als eine Antwort auf den Ruf und den Notschrei des deutschen Judentums nach Palästina und dem Jüdischen Nationalen Heim. Der Kongreß muß offen erklären, daß wir in Palästina das Land der Zukunft der jüdischen Nation sehen (Beifall). Wir müssen an das Gewissen der Mandatarmacht und der ganzen Menschheit appellieren, um diese Auffassung Palästinas durchzusetzen und zu verwirklichen, damit der Jude wahrhaft „von Rechts wegen und nicht geduldet" in das Land kommt (Stürmischer Beifall). Wir haben als Volk nicht jene Macht, die andere Völker haben, um ihre Rechte durchzusetzen. Das ist ja die Tragödie des jüdischen Volkes: Zersplittert, überall eine winzige und hilflose Minderheit, manchmal geduldet, manchmal verfolgt, manchmal sogar geschätzt, aber immer einer großen Mehrheit auf Gnade und Ungnade ausgeliefert und niemals im Stande, für sich selbst einzustehen. Unter diesen Umständen muß unsere politische Arbeit geführt werden. Und wenn es so ist, ergeben sich daraus gewisse Konsequenzen, gewisse Arbeitsmethoden, über die der Kongreß beschließen muß. Das erste ist: Einheitlichkeit jüdischer politischer Aktion. (Beifall.) Es ist tragisch, daß es in diesem Stadium unserer Geschiente noch nötig ist, vor einem Zionistenkongreß über die Notwendigkeit der einheitlichen Aktion und der Solidarität zu sprechen. Neulich sagte mir jemand, eine Wirkung der Lage in Deutschland sei die Einigung der Juden gewesen. Hoffentlich ist es so. Wenn sie aber die Juden geeinigt hat, dann hätte sie doch gewiß die Zionisten einigen müssen (Beifall), denn wir treten doch nach dem fundamentalen Wesen des Zionismus für den einheitlichen Willen des jüdischen Volkes ein, und keine andere Organisation oder Vereinigung von Juden stellt auch nur annähernd in gleichem Grade den einheitlichen Willen des jüdischen Volkes dar. Dieser Kongreß muß ein für allemal die Frage der Einheitlichkeit zionistischer Aktion lösen. Einheit zionistischer Aktion bedeutet nicht, daß alle Zionisten gleich denken. Aber es kann und muß bedeuten, daß alle Zionisten gleich vorgehen. Ich verlange nicht Inquisition, sondern Disziplin. Die höchste Körperschaft der Organisation, der Kongreß, muß über die Richtung unserer Arbeit entscheiden und soll jeden Zionisten dahin bringen, all seine Energie und Loyalität dieser Arbeit zur Verfügung zu stellen und sie bis an die Grenzen seiner Fähigkeiten zu fördern. Dieser Kongreß muß es klar machen, daß ein Zionist jeder Jude ist, der die fundamentale theoretische Basis des Zionismus anerkennt und zugleich die Entscheidungen des Kongresses und der vom Kongreß gewählten Körperschaften — ob sie sich mit seinen Auffassungen decken oder nicht — annimmt, daß die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation unvereinbar ist mit dem Bruch der zionistischen Disziplin (Beifall). Die Annahme des Schekels muß gleichbedeutend sein mit der Anerkennung der Diszi-

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