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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 56

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 56 (sequence 56)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8463-3484613
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56 2. Kongreßsitzung: Politisches Referat REFERAT ÜBER DIE POLITISCHE LAGE IM ZIONISMUS. PROF. Dr. SELIG BRODETSKY (Mitgl. d. Ex. — spricht hebräisch): Bevor ich mich dem Thema meines Referates zuwende, möchte ich ein paar Worte tief empfundener Anerkennung dem Andenken meines verstorbenen Kollegen Arlosoroff widmen (Der Kongreß erhebt sich und hört die folgenden Worte stehend an). In der gemeinsamen Arbeit lernte ich in ihm die Weisheit des Staatsmannes, den Scharfsinn des Denkers, die Ergebenheit des treuen Dieners seines Volkes erkennen und bewundern. Sein Andenken wird mir immer teuer bleiben und es ist für mich eine große Genugtuung, daß ich mit ihm in Eintracht und Freundschaft zusammenarbeiten durfte. Wir stehen am Ende einer neuen Periode in dem Entwicklungsprozeß, der mit den Unruhen vom Jahre 1929 einsetzte. Beim letzten Kongreß hatten wir über unsere Haltung gegenüber einer Politik der Mandatarmacht zu beschließen, die zum Ausdruck kam in dem Weißbuch, das als Erläuterung der Berichte von Shaw und Hope Simpson herausgegeben worden war, und in dem Briefe des Ministerpräsidenten MacDonald an Dr. Weizmann, der als Kommentar und Verbesserung des Weißbuches gedacht war. Wir wurden damals aufgefordert, die Erklärungen des MacDonald-Briefes so aufzufassen, als sei damit eine Politik endgültig aufgegeben, auf Grund deren bereits bewilligte Zertifikate annulliert und neue Beschränkungen der Einwanderung und des Landkaufes in Aussicht gestellt wurden, die unsere Arbeit in Palästina so gut wie unmöglich gemacht hätten. Der XVII. Kongreß beschloß, die Erklärungen des MacDonald-Briefes als Verhandlungsbasis anzuerkennen, zwecks Ausarbeitung einer Politik, die die Grundlage für eine Zusammenarbeit zwischen Mandatarmacht und Jewish Agency bilden würde. Daß dieser Beschluß richtig war, hat die spätere Entwicklung gezeigt. Ein neuer Kurs wurde unter Mr. Thomas und Sir Robert Hamilton eingeschlagen und unter Sir Philip Cunliffe-Lister und Lord Plymouth fortgesetzt. Ein neuer Oberkommissar kam nach Palästina, der unseren Problemen Verständnis und Sympathie entgegenbrachte. Nach dem schweren Kampf, den Dr. Weizmann in jenen finsteren Tagen führen mußte, kam in Jerusalem wie in London eine günstigere Einstellung gegenüber unserer Arbeit zum Ausdruck, und bekanntlich wurde manches besser, wofür ich gleich unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen möchte. Diese Besserung ging, nicht ohne viele Hindernisse vor sich. Bodenkauf, Einwanderung und viele andere Probleme unserer Palästina- Arbeit stoßen auf ernste Schwierigkeiten, und dieser Kongreß tagt im Schatten einer Anzahl von Beschlüssen oder Projekten der Regierung, die uns Grund für tiefe Besorgnisse geben. Da ist z. B. die Bodenfrage, das wichtigste praktische Problem, mit dem wir uns während der letzten zwei Jahre zu beschäftigen hatten. Gleich nach dem letzten Kongreß war der Versuch gemacht worden, eine Gesetzgebung einzuführen, die jede Bodentransaktion, welcher Art oder Bedeutung auch immer, einer Kontrolle unterstellt

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