Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 55)
- Language
- German, English, Hebrew
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55 Zweite Kongreßsitzung. Dienstag, 22. August 1933, vormittags. Beginn der Sitzung n Uhr. Vorsitz: Präs. d. Zion. Org. Dr. N. Sokolow. PRÄSIDENT SOKOLOW (teilt mit, daß die Wahlen des Kongreßpräsidiums auf die nächste Sitzung verschoben wurden). PRÄSIDIALSEKRETÄR Dr. N. M. GELBER (verliest eine Reihe von Begrüßungsschreiben und Zielegrammen, darunter einen Brief von Senator Justin Godart, Präsident der Vereinigung France-Palestine. Godart schreibt unter dem Datum vom ig. August 1933)' Ich grüße den Kongreß in tiefer Bewegung und voll Hoffnung. Er tritt zu einer Zeit zusammen, wo Ungerechtigkeit und Verfolgung grausam wüten. Zu seinem Trost weiß er, daß die ganze Welt seine Trauer und seine Empörung teilt. Zu seiner Ermutigung fühlt er die ganze Kultur auf seiner Seite, erstaunt und entsetzt über die Wiederkehr uralter Barbarei. Wenn aber Trauer die Seelen der Juden verdüstert, brauchen sie sich nur nach Palästina hinzuwenden, um Glanz und Stärkung aus dem Lichte zu empfangen, das von einer ehrwürdigen Vergangenheit und einer Zukunft der Sicherheit und Klarheit ausstrahlt. Dort leuchtet das Heim der Ahnen, wo junge, kühne, stolze Kämpfer die Herdflamme wieder entzünden. Dort liegt das Land, das Arbeit befruchtet und das im allgemeinen wirtschaftlichen Chaos blüht und gedeiht. Jenseits aller Drohungen, Befürchtungen, jenseits aller Diskussionen erhebt sich Zion, mütterlich wie die Hoffnung, ewig wie der Glaube, siegreich wie die Zukunft. Mögen eure Arbeiten, die ich mit ganzem Herzen und ganzer Seele begleiten werde, auf die so viele freundliche und feindliche Blicke gerichtet sind, die geschlossene konstruktive Kraft offenbaren, die für jedes Volk, und mehr als für jedes andere für ein Volk in der Diaspora, in der Einheit ruht. Justin Godart. Vom cechoslovakischen Botschafter in London, Jan Masaryk, ist folgendes Begrüßungstelegramm eingelangt: Dr. Sokolow, Prag. Bedaure unendlich, strenge ärztliche Weisung hindert mich, heute bei Ihnen und den Ihren zu sein. Ich bin stolz über Ihre Wahl Prags als Beratungsort. Fühlen Sie sich zu Hause! Nochmals aufrichtiges Bedauern, hoffe Sie zu sehen, bevor Sie die Cechoslovakei verlassen. Herzlichst Jan Masaryk. Mit lebhaftem Beifall wurde das Begrüßungsschreiben des Oberrabhiners von Palästina, Rabbi A. I. Kook, aufgenommen, in dem Rabbi Kook den Kongreß aus tiefstem Herzen begrüßt und ihm wünscht, daß die Verhandlungen bei aller Verschiedenheit der Parteiungen im Geist der Eintracht und des Friedens geführt tverden mögen. Er spricht die Hoffnung aus, daß das neu erstehende jüdische Leben in Palästina im Geist und nach den Vorschriften der jüdischen Lehre und der jüdischen XLradition sich entfalten, und daß vor allem das Gebot der Sabbath-Heiligung streng befolgt werde.