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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 52

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 52 (sequence 52)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476290--8459-3484609
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52 /. Kongreßsitzwzg: Arlosoroff-Gedenkrede der Oeffentlichkeit, mitunter auch den Wünschen seiner eigenen Gruppe, entgegengesetzt waren. Er hatte Sicherheit des Wesens, doch nicht Frechheit, kannte keine Selbsterniedrigung, aber auch keinen Stolz, keine Niedergeschlagenheit und auch keine Ueberheblichkeit. Vor zwei Jahren wählte ihn die Bewegung in schwerer Zeit zum Verwalter eines schweren, komplizierten und verantwortlichen Amtes, zum politischen Leiter der Zionistischen Exekutive in Jerusalem. Er hatte die Verbindung der zionistischen Arbeit mit der englischen Regierung herzustellen. Auch in dieser seiner Arbeit war er Nadelstichen ausgesetzt und mußte vielfach Zurücksetzung und Kränkung erfahren. Die Parteien kamen mit Vorwürfen, ja man stellte an den Präsidenten die Forderung, er solle die Bestellung Arlosoroffs rückgängig mächen. Damals standen in einer Zeitung die Worte: „Nur nicht Arlosoroff!" Und dieser junge Mensch in der Arbeiterbluse trat jung und unerfahren ans Werk heran. Er schnürte sein Bündel und ging nach Jerusalem, trat sein Amt an und begann die Arbeit. Und wie durch ein Wunder ebneten sich vor ihm die Wege, in wenigen Wochen war er vertraut mit den komplizierten Bedingungen seiner Arbeit. Noch ist die Zeit nicht gekommen, Arlosoroffs Lebensgeschichte zu schreiben. Das meiste seiner Gedanken und Pläne, das meiste seiner Persönlichkeit ist in seinen Aufzeichnungen, seinen Tagebüchern, seiner Korrespondenz und in den von ihm entworfenen Plänen und Memoranden enthalten: seine Tätigkeit als Vertreter der Arbeiterschaft vor der Shaw-Kommission, seine Memoranden gegen den French-Bericht, in Sachen der Stadtverwaltung und noch viele andere kleine Memoranden und Agenden, diese tragisch zu nennende tägliche Kleinarbeit des politischen Vertreters der Zionistischen Organisation. Er gab sich nie einem offiziellen Optimismus hin, er kam zu allen Sitzungen und stellte die Sachen dar, wie sie sind. Er selbst sah in seiner Aufgabe einen großen Versuch, einen der letzten Versuche, aus unserer Bewegung eine reale Kraft zu machen, die ihr Ziel erreichen muß und dazu fähig ist. In unserem politischen Leben war Arlosoroff eine einzigartige Erscheinung. Er bediente sich nicht gleißender Worte, jagte nicht nach politischen Gesten; er sah, als andere in ihm noch den „jungen Mann" erblickten, die politische Zukunft unseres Volkes klar vor sich wie nur wenige. Er bereitete sich für seine Aufgabe intensiv vor, suchte das Volk, dem er diente, ernsthaft und bis in die Tiefe kennen zu lernen. Er war einer der wenigen, die aus dem Westen zum Zionismus kamen und sich mit dem Wesen und den Werten unseres Volkes vertraut machten. Er lernte hebräisch, studierte die hebräische Literatur und bemühte sich, ein origineller hebräischer Schriftsteller zu sein, lernte ebenso jiddisch und studierte die Kultur unseres Volkes in den Ländern der Zerstreuung. Genau so wie er in Wirtschaft und Politik ernst und gewissenhaft vorging, so ernst war er bei seiner Arbeit. Er stützte sich nicht auf diplomatische Tricks und Wunder, sondern bereitete sich allseitig für sein schweres Werk vor, lernte unaufhörlich und machte sich mit dem

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