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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 53

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 53 (sequence 53)
Language
German, English, Hebrew
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Katznelson 53 kleinsten Detail jedes Gebietes seiner Arbeit vertraut. Mosche Shertok, sein langjähriger Mitarbeiter, bezeugt, daß es keinen Fall gab, wo Arlosoroff nicht seinen Mann stellte, wenn er mit den Vertretern der Regierung oder anderen Diplomaten zusammenkam. Er vereinigte in sich Kraft der Ueberzeugung, Wachheit der Sinne und Ernst des Charakters. An seine politische Arbeit ging er, wie ein Künstler an sein Werk, nicht wie ein Handwerker, denn vom ersten Moment fand er seinen Weg, der war wie er: frei und natürlich. Jeder, der ihn traf, sah in ihm den freien, aufrechten, starken Menschen. Er, der uns immer Vorsicht und Bedachtsamkeit predigte, er, der den Mut hatte, eingefleischte Illusionen zu zerstören, er wußte wie nur wenige unsere Sache vor den Fremden ehrlich, stark und großzügig zu vertreten. Es war etwas Neues in seiner Erscheinung. Zum ersten Mal erschien vor der Regierung ein politischer Vertreter des Zionismus, der sich nicht mit einem englischen Paß ausweisen konnte, sondern ein Sohn des Volkes, der tagtäglich mit dem Volke lebte, seine Sprache kannte, mit seinen Bedürfnissen vertraut war, diesen kleinen Bedürfnissen jeder Gruppe, der die Leiden eines jeden, der sich an ihn wandte, kannte. Der Jischuv, der ihn oft schwer verdächtigte und beschuldigte, geleitete ihn zum Grabe in tiefster Erkenntnis des grenzenlosen Verlustes. Und dieser Jischuv weiß heute, daß ein wahrer Vertreter unserer Politik nicht unbedingt von fernher kommen muß, sondern daß er sich die nötigen Kenntnisse erwerben und dabei doch ein Sohn des Volkes, des arbeitenden Volkes im Lande, bleiben kann. Das ganze Volk erbebte nach Arlosoroffs Ermordung. Jeder fühlte, daß da ein junges Leben verloren gegangen war, ein einziger Sohn, Mann einer Frau, Vater von Kindern, ein Mensch in der Blüte seiner Jahre, voller Kraft und Schönheit. Aber auch der Verlust der Allgemeinheit war nicht kleiner. Das Volk hatte eine große nationale Hoffnung empfunden, hatte gewußt, daß hier dem Zionismus eine große, starke und ausgeglichene Persönlichkeit erstehen würde; und all diese Hoffnungen waren nun dahin. Diesem Gefühl gab die Arbeiterjugend im Lande Ausdruck in einem Abzeichen, das die gefällte Herzlzypresse in Moza darstellt. In Erez Israel beschlossen die Genossen Arlosoroffs einen Monat nach seinem Tode, ein großes Werk in Angriff zu nehmen, das seinen Namen ehren wird. Ich hoffe, daß die ganze Zionistische Organisation sich nicht mit einer Trauerrede begnügen, sondern mithelfen wird an der Errichtung dieses großen Werkes, das einen Teil der Schuld an diese große Persönlichkeit abtragen soll. Ich hoffe, daß der ganze Kongreß den Weg finden wird, dieses große Werk zu schaffen, das zum Symbol der Arbeit für jeden treuen Zionisten und die gesamte zionistische Jugend werden soll. Chaim Arlosoroff ist uns genommen worden. Das jüdische Volk, das ihm nach seinem Tode eine Ehrenwache stellte, konnte ihn zu seinen Lebzeiten nicht beschützen. Aber nicht nur Arlosoroff wurde uns genommen. Die Kugel, die ihn traf, durchbohrte auch die zionistische Bewegung, die nun an seinem Grabe steht, ins Herz getroffen. Wenige Augenblicke vor seinem Tode sagte Arlosoroff einem Manne,

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