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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 51

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 51 (sequence 51)
Language
German, English, Hebrew
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Katznelson 51 und treuer Freund seinen Freunden, offen in seinem Denken, in seinem Verhältnis zum Menschen und auch in seinem Kampfe. Zwischen Wirklichkeit und Illusion wußte er zu scheiden, besonders zwischen der Illusion im Galuth und der Wirklichkeit Palästinas. Aber auch in der Bewegung selbst arbeitete er nicht für Illusionen, sondern für wirkliche zionistische Arbeit. Ihm standen alle Tore der Kultur offen, zu einer Zeit, da die jüdische Jugend in Europa eine große Karriere, eine leuchtende Zukunft lockte, doch er unterlag diesem Zauber nicht. Schon in jungen Jahren, als Achtzehnjähriger, wußte er zu wählen zwischen den lockenden Verheißungen des Lebens draußen und dem schweren und bitteren Lose im jüdischen Volke. Als er sich entschieden hatte, hatte er damit sein Schicksal bis zum letzten Tage bestimmt. Menschen, die in der zionistischen Idee alt geworden sind, werden nicht verstehen, wie schwer dieses Los war für einen jungen Menschen, der zu einer Zeit, da die große Welt lockte und versprach, diesen Weg wählte und treu an ihm festhielt. Arlosoroff bewies Treue gegen sein Volk und gegen jene Gruppe im Volke, dem er sich zugehörig fühlte. Unter Enttäuschungen und Bitternissen ging er unbeirrt seinen Weg. Sein Leben war ein Gottesdienst der Treue; das Erbe der Arbeiter der .zweiten Alija, das er empfanden hatte, wahrte er treu bis an das Ende seines Lebens. Die Bewegung gab ihm keine Herrschaft, keine Krone, sie gab ihm einen schweren Dienst. Er empfing von der Gemeinschaft der Arbeiter mit diesem Dienst das Beste, w^as sie geben kann. Arlosoroff wurde groß in der kleinen Gemeinschaft der kleinen Familie in Berlin, und von ihr ging er über zu der kleinen Familie in Erez Israel. Aber er ging in diese Familie in der Erkenntnis, daß sie die Gemeinschaft der Chaluzim in Erez Israel ist und daß der Arbeiterstand eine besondere Rolle zu erfüllen hat in einem Israel, das sich erneuert. Auf den Fahnen der Arbeiterklasse steht nicht der Haß, nicht der Neid, sondern diese Klasse fühlt sich als Wegbahner für das ganze Volk, sie will den Kern des arbeitenden Volkes in der Zukunft bilden. Auch die Klasse der Arbeiter strebt nicht die Herrschaft im Volke an, sondern den Dienst am Volke. Diese Bewegung der Arbeiter krönt nicht mit dem Namen eines Führers. Arlosoroff war ein Abgesandter seiner Gemeinschaft, einer von den „Schliche Hazibbur" unserer Arbeiterbewegung. Von da aus wuchs er empor und wurde einer, der eine Mission dem ganzen Zionismus gegenüber zu erfüllen hatte. Diese seine allgemeine und umfassende Aufgabe im Zionismus gab ihm Gelegenheit, §ich vor dem ganzen Volke in seiner Größe zu offenbaren. Er hatte viele Missionen zu erfüllen: er arbeitete im Keren Hajessod, leistete parlamentarische Arbeiten im Kongreß, wirkte in den wirtschaftlichen Institutionen, als Vertreter des Waad Leumi in Genf, dann in London, um über den Simpson-Bericht zu beraten. In all diesen Funktionen bewies er seine Gründlichkeit, seine Bereitschaft, sein Wissen um die Dinge in der Tiefe, seine Furchtlosigkeit, die ihn offen sagen ließ, was er dachte, auch wenn seine Worte den Wünschen

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