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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 50

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 50 (sequence 50)
Language
German, English, Hebrew
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50 /. Kongreßsitzung: Arlosoroff-Gedenkrede Idee der zionistischen Arbeit und der Erlösung des jüdischen arbeitenden Menschen verbunden hat. Wer Arlosoroff beobachtete, die Art seines Redens, die Methode seines Vortrags, seine politische Propaganda betrachtete, konnte diese nicht begreifen, wenn er nicht wußte, aus welchem Milieu Arlosoroff herkam, wenn er seine ehrliche, mutige und treue Mutter nicht kannte, und wenn er den begabten Stamm von der Seite seines Vaters und Großvaters nicht kannte. Nur ein begabter Stamm voll intellektueller Erfahrung kann solche Erscheinungen voll enthusiastischen Temperaments, voll Lebensfeuer, mit dem Sinn der Alten und mit großer Ueberlegung aufweisen. Arlosoroff wußte auch die Leiden des Lebens, die Leiden der zionistischen Bewegung in stillem Heldenmut, ohne hervorzutreten, zu ertragen. Er hat nie Bitterkeit bewiesen, hat nie von seinen Enttäuschungen erzählt. Und dieser junge Mann ist zum Zionismus nicht wie viele andere aus Schmerz, Verzweiflung und Leiden gekommen, sondern man darf behaupten, wie seine Eltern Gott aus Freude gedient haben, so hat er dem Zionismus aus Freude, aus vollständigem Vertrauen in den Sieg gedient. Es war ein großes Privileg für den Zionismus, daß eine solche Persönlichkeit bei uns vorhanden war. Er war ein „Iluj". Aber er gehörte nicht zu denjenigen, deren Begabung für einen Moment aufblüht, und die schnell enttäuschen. Er hat Ausdauer bewiesen, aber nicht nur im theoretischen Studium; er war ein Mann des Geistes und der Tat. Klarer Sinn und Naivität, analysierende Kritik und Glaube waren seine Grundzüge. In praktischen Fragen, bei der Analysierung der Wege, bei der Erklärung der Angelegenheiten, erschien er als extremer Rationalist, der vor sich nur die Logik, Realpolitik und mathematische Rechnung hatte, dem jede praktische Frage, sei es auf politischem oder ökonomischen Gebiet, klar war. Aber im Inneren, unter dem Schleier des Rationalismus, war er von einem irrationellen Glauben, der gegen jede Versuchung und gegen alle negativen Verleugnungsstimmungen fest stand. Er hatte die persönlichen Eigenschaften eines neuen Typus von Zionisten, würdig des Menschen, der eine so große Mission in der zionistischen Bewegung übernommen hatte. Niemals war er einem geschlagenen Hunde gleich, der winselt, sondern er trug seinen Schmerz in der Stille, er fand nicht nur selbst den Weg zur Kraft, sondern dadurch, daß er die Zähne zusammenbiß, wußte er auch andere zur Kraft zu führen. Dabei hatte er ein Herz, das Beleidigungen tief empfand. Die Beleidigung, die ihm in Deutschland angetan wurde, sagte ihm, daß nicht hier seine Heimat sei. Er hatte ein Herz, das die Schönheit empfand, in Literatur, in Kunst und Poesie. Hauptsächlich aber die Schönheit im Leben, im Menschen und in seiner Arbeit. Sein Gefühl für Schönheit hatte nichts mit Schöntun gemein. Er wußte die verborgene Schönheit des arbeitenden Menschen zu finden, die in der Tiefe schlummert, und die Schönheit unserer armen Bewegung, die zur Neuschöpfung des Volkes in stiller Arbeit führt. Seine Seele strebte nach dem Großen, aber dieses Streben nach Großem bedeutete für ihn keine Selbsterhöhung, keine Ueberhebung. Er war ein guter

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