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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 45

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 45 (sequence 45)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8452-3484602
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Stein, Goldstein 45 waltung Palästinas, der Jewish Agency, Zionisten und Nichtzionisten gemeinsam arbeiten. Es ist für mich als Nichtzionisten heikler, die Arbeit des Zionismus in unseren Ländern zu beurteilen. Aber auf ein Verdienst kann ich hier mit gutem Gewissen hinweisen. Vor dreißig Jahren war das Judentum in Mitteleuropa, soweit es nicht orthodox war, in vollständigem Verfall begriffen. Dem Zionismus ist es gelungen, diesem Verfall ein Ende zu bereiten, die Jugend an sich zu fesseln, ihr moralisches Niveau und ihre körperliche Tüchtigkeit zu erhöhen und die Sprache der Bibel, die bei uns allmählich zu einer unbekannten Sprache wurde, zu erneuern. Die Bewegung, die sowohl in Palästina als auch bei uns solche Erfolge erzielte, hat Anspruch auf unsere Achtung und unsere ehrliche Anerkennung. Ich wünsche Ihnen daher im Namen der altberühmten jüdischen Kultusgemeinde in Prag, „ir veem bejisrael", daß Ihre Arbeit vollen Erfolg finde, daß sie von der Vorsehung gesegnet werde, daß sie sich auch die Anerkennung außenstehender Kreise erringe und vom Erfolg für das gesamte Judentum gekrönt sei (Lebhafter Beifall). DR. ANGELO GOLDSTEIN (Abgeordneter der Jüdischen Partei im Öechoslovakischen Parlament — sf rieht cechisch): Hoher Kongreß! Es ist mir eine Ehre, Sie, meine Herren Delegierten, namens der Jüdischen Partei für die Cechoslovakische Republik sowie namens Zehntausender jüdischer Wähler, welche mich in das Abgeordnetenhaus der Nationalversammlung als ihren Vertreter entsandt haben, aufs herzlichste zu begrüßen. Mit Freude haben wir den Entschluß, den XVIII. Zionistenkongreß in Prag abzuhalten, begrüßt und hatten Gelegenheit, zur Realisierung dieser Absicht beizutragen. Es hat uns gefreut, daß uns auf diese Art Gelegenheit geboten wird, einen von verschiedenen wirtschaftlichen Kreisen der cechoslovakischen Oeffentlichkeit geäußerten Wunsch zu realisieren, und daß wir so die Möglichkeit bieten, daß hiesige Erzeugerkreise mit den Juden, welche hier aus der ganzen Welt zusammengekommen sind, wirtschaftliche Beziehungen anbahnen. Ein weit wichtigerer Grund für uns, den Gedanken, daß der Kongreß in Prag abgehalten werde, zu begrüßen, war der, daß wir einmal bei uns zu Hause Gelegenheit haben werden, vor der cechischen Oeffentlichkeit zu sagen, was wir wollen. Die tausendjährige Tradition unserer Zerstreuung über die Völker, der tausendjährige Aufenthalt der Juden in Böhmen und in dieser altberühmten Stadt, der, wie aus Geschichtsquellen genau festgestellt ist, bis in die Zeit des Fürsten Wenzel zurückgeht, waren nicht imstande, die uns gegenüber bestehenden Vorurteile in allen Kreisen der Bevölkerung zu zerstreuen, ja sie lassen uns im Gegenteil mit Rücksicht auf das Alter unseres Stammes in einer Art geheimnisvollen und mystischen Dunkels erscheinen. Darum fühlen wir in uns die Notwendigkeit, da wir nichts zu verheimlichen haben, klar und deutlich, nicht nur vor dem Judentum

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