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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 44

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 44 (sequence 44)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8451-3484601
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44 /. Kongreßsitzung: Begrüßungen Wunsch aus, die Arbeiten des Kongresses mögen gesegnet sein und zum Heile des gesamten Judentums dienen, hier und außerhalb unserer Grenzen. In diesem Sinne begrüße ich Sie mit den Worten unserer Tradition: Baruch Haba! (Lebhafter Beifall.) DR. BOHUMIL STEIN (Präsident der israelitischen Kultus gemeinde Frag — spricht cechisch): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist für mich eine Ehre und ein Vergnügen, Sie im Namen der altberühmten jüdischen Kultusgemeinde Prag begrüßen und meine Freude darüber aussprechen zu dürfen, daß der XVIII. Zionistenkongreß am Sitze unserer Kultusgemeinde stattfindet. Der Kongreß tritt diesmal in der Hauptstadt eines Staates zusammen, dessen Führer sich der größten Achtung in der ganzen zivilisierten Welt erfreut und dessen Verfassung allen ordentlichen Bürgern jene Gleichberechtigung gewährleistet, welche den Grundpfeiler eines demokratischen Staates bildet. Sehr geehrte Damen und Herren! Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, daß die Augen aller Juden der ganzen Welt sich heute auf diese Versammlung richten. Diese Augen sind sehr kritisch und die legalen Vertreter, die in diesen Kongreß gesandt wurden, sind sich sicherlich dessen bewußt, daß sie nicht nur ihren Wählern, sondern auch viel weiteren Kreisen dafür verantwortlich sein werden, ob sie auf diesem Kongreß alles, was ihnen ihre Pflicht und ihr Verantwortungsgefühl geboten, getan haben. Wenn ich mir — obwohl ich kein Zionist bin — aus der Kenntnis der Dinge, die ich aufmerksam verfolge, ein bescheidenes Urteil erlauben darf, muß ich gestehen, daß es dafür, was die zionistische Bewegung in den Ländern unserer Urväter in den letzten zwanzig Jahren geleistet hat, kein Beispiel in der Kulturgeschichte der Menschheit gibt. Wüsten habt Ihr zu Städten gemacht, aus mageren Weideplätzen Bauernhöfe und aus Sümpfen Orangerien. Wo die ersten Kolonisten an Malaria starben, dort ernten ihre glücklicheren Nachfolger die Früchte dieser früheren gefährlichen, aber auch ihrer eigenen aufreibenden Arbeit. Und was für eine wunderbare Veränderung geschah mit dem wertvollsten Gute, dem Menschen! Menschen, die darauf angewiesen waren, ein Leben zu führen, das diesen Namen nicht verdiente, die nicht einmal die Möglichkeit hatten, sich durch ehrliche Arbeit zu ernähren, dieselben Menschen sind jetzt in Palästina als Kleinbauern, als Land¬ oder Fabriksarbeiter angesiedelt. Sie arbeiten schwer und ehrlich und arbeiten gern, weil die Arbeit den Inhalt und das Ziel ihres ganzen Lebens bedeutet. Der Kolonist will Felder und Wiesen, Tiere und Früchte sehen, er will sich mit eigenen Augen vom Erfolg seines Schweißes und seiner Schwielen überzeugen. Menschen, die auf einem solchen Niveau stehen, gehen nicht unter, wenn auch über Palästina ungünstige Jahre kommen würden. Solche Menschen setzen alles daran, damit der Boden, den sie bearbeitet haben, für ewige Zeiten ihnen gehöre. Es ist erfreulich, daß im höchsten Beratungsausschusse für die Ver-

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