Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 42)
- Language
- German, English, Hebrew
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42 /. Kongreßsitzung: Begrüßungen so begrüßen wir mit größter Freude jeden Erfolg eines Volkes, das für seine gerechte und gesunde Sache kämpft. Und noch etwas: wir sind ein durchaus nationaler Staat, aber wir haben unsere Minoritäten nach Rasse, Religion und Sprache; entsprechend den Minoritätenverträgen, vielmehr entsprechend unserer Konstitution, genießen unsere Minoritäten dieselben bürgerlichen und politischen Rechte, wie die Träger der Staatssprache. Unsere Verfassung sagt in Artikel 128: 1. Alle Angehörigen der Cechoslovakischen Republik sind vor dem Gesetze ganz gleich und genießen die gleichen bürgerlichen und politischen Rechte ohne Unterschied der Rasse, der Sprache und der Religion. 2. Der Unterschied der Religion, des Glaubens, des Bekenntnisses und der Sprache kann für einen Angehörigen der Cechoslovakischen Republik in den durch die allgemeinen Gesetze festgesetzten Grenzen kein Hindernis sein, insbesondere hinsichtlich der Zulassung zu öffentlichen Verwendungen, Funktionen und Ehrenämtern oder zur Ausübung der verschiedenen Berufe und Gewerbe. Diese Vorschrift ist kein toter Buchstabe gewesen, sondern sie ist in voller Kraft und wird im weitesten Sinne praktiziert; wir kennen hinsichtlich der bürgerlichen und politischen Rechte nur den freien cechoslovakischen Bürger und machen keinen Unterschied im Hinblick auf Rasse, Sprache und Religion. Ich wünsche, daß Sie von Ihrem Aufenthalt in Prag eine gute und schöne Erinnerung behalten, ich wünsche dem XVIII. Zionistenkongreß den besten Erfolg und heiße Sie alle nochmals in unserer freien und schönen Cechoslovakischen Republik willkommen {Stürmischer Beifall). HERR V. HEJRET (spricht cechisch): Namens des cechoslovakischen Natio?zalrates entbiete ich Ihnen unseren herzlichsten Gruß. Sie kommen ins Goldene Prag, jene Stadt, welche sich von Alters her durch Toleranz ausgezeichnet hat. Ein klassischer Beweis hiefür ist wohl der jüdische Friedhof in Prag und Ihr heutiger Kongreß. Unser Volk, das so viel in der Vergangenheit gelitten hat, so lange Jahre auch seine Emigration hatte (ich führe nur Jan Arnos Komensky an), und welches im Weltkrieg seine politischen Arbeiter mit Masaryk an der Spitze in der Fremde hatte, dieses Volk vermag, nun befreit, Ihre Ideale zu verstehen. Unser Grundsatz ist: „Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg' auch keinem Anderen zu". Das ist die Grundlage der ruhigen Entwicklung aller Völker. Wir wollen mit allen Völkern und Staaten in Frieden leben, wir wollen auch das Reich der sozialen Gerechtigkeit aufbauen. Wir verstehen alle guten und edlen Bestrebungen, welche Streitigkeiten nicht durch Waffen, sondern durch Verständigung lösen wollen. Wir sind für Demokratie, in der wir die Grundlage aller Entwicklung sehen. Ich begrüße Ihren Kongreß nochmals und rufe Ihnen zu: Na zdar! (Lebhafter Beifall.) MR. NEVILLE LASKI (spricht englisch)* Ich komme als Präsident des Board of Deputies der britischen Juden und als Mitvorsitzender des Joint Foreign Committee, um Ihnen in deren Namen unsere Grüße und Glückwünsche zu überbringen. Seit 1917 war es die Politik der englischen Judenschaft, die Arbeit der Jewish Agency in Palästina auf jede