Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 41)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gurney, Mölzer, Sulitsch, Baxa 41 M. SULITSCH (Vertreter des Genfer Internationalen Arbeitsamtes ~— spricht französisch): Herr Präsident! Seit dem Basler Zionistenkongreß, auf dem Albert Thomas durch seine Anwesenheit das lebhafte Interesse, das er an Ihrer Bewegung nahm, kundtun wollte, hatte das Internationale Arbeitsamt den großen Schmerz, seinen ersten Direktor zu verlieren. Unsere Bestrebungen waren stets, ich weiß es, zutiefst verbunden mit der Zionistischen Organisation; wenn ich heute wieder daran erinnere, ist es vor allem, weil ich wünsche, Ihnen die Versicherung zu geben, daß das Gefühl tiefster Sympathie, das Albert Thomas im Hinblick auf Palästina und seine Arbeiter geleitet hat, auch den jetzigen Direktor des Amtes beseelt. Die gegenwärtigen Umstände führen besonders klar die Tatsachen vor Augen, die sich in dieser Stunde aufdrängen, um die Ziele des Palästinamandats zu verwirklichen und eine harmonische Entwicklung des Landes zu gewährleisten; in diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, daß die Schaffung und Erhaltung befriedigender Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Arbeiter Palästinas mehr als je notwendig ist für die Verwirklichung dieses Ideals. Ich verkenne nicht, daß auf dem gegenwärtigen Kongreß, wo die jüdischen Arbeiter sehr stark vertreten sind, die Wichtigkeit dieser Bestrebung völlig erkannt wird, und möchte Ihnen die Versicherung geben, daß das Internationale Arbeitsamt fortfahren wird, wie in der Vergangenheit, Ihnen in diesem Sinne jegliche Hilfe zu gewähren, die in seiner Macht steht. Gestatten Sie mir, Herr Präsident, Ihnen sowie dem Zionistenkongreß zum Schluß meine herzlichsten Wünsche für einen glücklichen Fortgang Ihrer Arbeiten auszusprechen (Lebhafter Beifall). PROF. DR. BOHUMIL BAXA (Prorektor der Masaryk-Universität, Brünn — spricht cechisch): Herr Präsident, meine Damen und Herren! Aus verschiedenen Ländern der ganzen Welt sind Sie in unsere Hauptstadt gekommen — im Namen der Cechoslovakischen V'ölkerbundliga, deren Präsident zu sein ich gegenwärtig die Ehre habe, heiße ich Sie alle willkommen. Sie sind gekommen, um Ihre Angelegenheiten zu diskutieren, um sich alle Ihre Freuden und alle Ihre Leiden und Sorgen mitzuteilen und die Direktiven für Ihr künftiges Handeln in dieser besonderen Zeit festzulegen, die ebenso schwer für das jüdische Volk wie bedeutungsvoll für die zionistische Bewegung ist. Sie haben für Ihren Kongreß diesmal unsere Republik gewählt — wir sind Ihnen sehr dankbar und ich kann Ihnen versichern, daß Sie gut gewählt haben. Denn Sie sind nicht sozusagen in die Fremde gekommen. Es besteht bekanntlich eine gewisse Aehnlichkeit zwischen Ihnen, den Zionisten, und meinem Volk. Durch den großen Krieg haben wir unsere nationale Unabhängigkeit wiedergewonnen, und Ihnen, den Zionisten, hat man durch den großen Krieg Ihr altes Vaterland und Ihre einstige nationale Heimat wiedergegeben. Wir sind mehr als dreihundert Jahre unterdrückt gewesen und wir betrachten mit den glühendsten Sympathien jedes Volk, das für seine Befreiung arbeitet. So wie wir stolz sind auf unsere Unabhängigkeit,