Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German, English, Hebrew
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36 /. Kongreßsitzung: Eröffnung das Beharren auf dem Wege der Autoemanzipation durch eine tatkräftige Förderung eigener Arbeit, von Grund auf und durch die Schaffung eigener, vorzugsweise nationaler Mittel. Das sind die drei großen Grundsätze, welche die Zionisten der ganzen Welt vereinigen müssen und für welche jeder von ihnen, welcher Parteischattierung er sonst angehören mag, sich zu begeistern imstande ist. Es ist nicht an der Zeit — wenigstens im gegenwärtigen Stadium nicht — um Worte zu streiten und theoretische Differenzen übertreiben zu wollen, auch während man sachlich im Grunde fast einig ist. Das war das Verdienst des Herzlichen Zionismus in den ersten Jahren, daß er, von theoretischen Spitzfindigkeiten absehend, die im allgemeinen Gleichgesinnten in eine große Organisation vereinigt hat. Es ist ein Irrtum, jene Stimmung als eine jetzt infolge der Differenzierung unmöglich gewordene Idylle zu bezeichnen. Sie war keine Idylle, sondern ein kategorischer Imperativ, und sie ist es jetzt in einem noch höheren Grade. In der praktischen Ausführung ist wohl die letzte Periode der früheren überlegen. Aber in dem Aufbau einer internationalen Ideologie war die erste Zeit führend und erst diese Rundung zu einem Gesamtbilde gibt dem Zionismus seine werbende Macht und seine gestaltende Stoßkraft. Dieser Standpunkt, der im langsamen Werden herangereift ist, muß festgehalten werden. Er wird einen Adel der Gesinnung von ungeahnter Größe auslösen. Dies gilt auch von unseren Beziehungen zu anderen jüdischen Organisationen. Bei aller Gegensätzlichkeit und bei der nachdrücklichsten Betonung unserer eigenen Grundprinzipien dürfen wir nicht vergessen, daß jüdische Organisationen einen gemeinsamen Boden für die Leben srettung des ganzen Volkes unter allen Umständen behalten müssen — daß aber der jetzige Gegensatz nicht zu einer Schärfe ausarten darf, die ein Zusammenfinden zu gemeinsamen Zwecken überhaupt und für immer unmöglich macht. Es werden sich mehr Berührungspunkte finden, als man im Gewühl des Wortstreites anzunehmen geneigt ist. Es gibt Dinge, die eben wichtiger sind als augenblickliche Stimmungen oder Pressefehden. Mit diesen Dingen sollen wir uns jetzt mehr denn je beschäftigen! Da der freie Entschluß die Zusammengehörigkeit unseres Volkes nicht herbeiführen konnte, so mußte es wohl das Unglück tun. Ein harter, ein unerbittlicher, ein grausamer Lehrmeister! Wehe dem, der ihm nicht gehorcht! Heil dem, der aus dem Bösen Gutes lernt! Werden die letzten Ereignisse endlich Sicht bringen jenen, die berufen sind zu sehen? Heraus — wenn noch nicht materiell aus dem Galuth^ so doch aus der Denkungsart des Galuth! EREZ ISRAEL — DIE EINZIGE HOFFNUNG. Die Bürde des Galuth-Problems drückt uns zu Boden, aber die Seele steigt, wie der Adler gen Himmel, empor zu der innerlichen Freiheit und dem Wiederaufbau der alten, nationalen Heimat. Bis auf das furchtbarste Verbrechen, das je unser Volk erschütterte und den unbe-