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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 31

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Sokolow 31 richtig auszunützen, muß man eben ihre Grenzen kennen. Der Weg, den unsere Philanthropie in neuester Zeit eingeschlagen liatte, um das Ziel der Volksrettung zu erreichen, hatte sich schon, in seinen ersten Phasen, trotz der idealsten Motive, großer Energie und bester bureaukratischer Methoden, als ein Labyrinth erwiesen, in welchem die Initiativen und Systeme herumirrten, aus welchem sie den Ausweg nicht fanden. Es mangelte ihr eben die durchbrechende Gewalt eines auf einem großen historischen Ideal basierenden Volkswillens. Der Zionismus fehlte. Das ist es, was der Philanthropie leider den Stempel der Kurpfuscherei aufgedrückt hat, der Kurpfuscherei, die die nebensächlichen Symptome kuriert, statt den Sitz der Krankheit radikal zu bekämpfen. Sie versuchte, das Volk mit allerhand kleinen Hausmittelchen zu kurieren und sich hiebei auf palliative Maßnahmen zu beschränken, statt das Uebel in seinen Wurzeln anzupacken, dem heimatlosen Volke sein historisches Land zurückzugeben. Sie vergeudete Millionen über Millionen für Pogromopfer — eine lobenswerte und wunderbare Hilfsarbeit, aber auf der anderen Seite weckte diese Hilfe die Raublust der Anstifter neuer Plünderungen. Sie verkleisterte hie und da diesen oder jenen Schaden, aber das Grundübe] ließ sie bestehen. Sie war bewußt kurzsichtig. UNSERE ERSTEN FORDERUNGEN. Wir Zionisten schrien, wir protestierten, wir baten flehentlich: Einmal etwas Großes schaffen! Einmal etwas Ganzes tun! Zerstreuet doch nicht die Kräfte! Konzentriert Euch auf den Wiederaufbau unseres alten Landes! Ich frage: welcher Segen wäre jetzt eine fertig ausgebaute Heimstätte als Zuflucht für unser unglückliches heimatloses Volk, hätten wir von Anfang an im Laufe der vielen Jahre wacker, opferfreudig, mit vereinten Kräften an diesem Bau gearbeitet! Wir brauchten jetzt nicht an alle Türen der Welt zu pochen und um die Gnade der Gastfreundschaft zu betteln, sondern wir würden einfach nach unserer Heimat zurückkehren. Aber das wollte die Assimilation nicht zulassen! Alltagsweisheiten, gutgemeinte Nichtigkeiten, abgegriffene Wendungen über ^Zeitgeist"., „Fortschritt", „zwanzigstes Jahrhundert", angeblich absolute Sicherheit der Gleichberechtigung, unbedingte Hinfälligkeit des Antisemitismus — waren damals die Antworten des Antizionismus auf all unsere Beschwerden und Proteste. Er verstand nicht einmal die elementare Wahrheit, daß es weiser ist, eine Gefahr ernst zu nehmen, als sie zu unterschätzen, die giftige Saat durch eine entgegengesetzte positive Selbsthilfe zu neutralisieren, als sich späterhin mit den bösen Früchten dieser Saat abfinden zu müssen. An diesen Hauptpunkt hätte schon damals angeknüpft werden sollen. Nicht nachdem es schon eine ganz offene mächtige Psychose geworden, sondern früher, als die Sache kaum eine nervöse Laune war. Denn wenn es momentan etwas ruhiger wurde, vergaß das Assimilationsjudentum bald. Das war das Unglück! Der Grund liegt in

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