Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 581 (sequence 584)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476288--8389-3484538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ussischkin, Speyer, Senator, Kahn, Daiches, Kaplan, Steindler, Hexter 581 fei, ob es möglich sein wird, auch das kleinere Budget, das Budget der Agency, wie es die Finanzkommission beschlossen hat, aufzubringen, da dafür erst gewisse Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Zu diesen Voraussetzungen gehört, daß die Exekutive der Agency im nächsten Mai oder Juni die Möglichkeit haben wird, eine Anleihe bei einer Bank zu bekommen, und weiter, daß sie "Wechsel des Keren Kajemeth in der Höhe von 27.000 Pfund für Böden erhält, die später dem K.K.L. von Seiten des Keren Hajessod aus den Erwerbungen der Amzic übergeben werden sollen. Vorläufig werden vom Keren Kajemeth dafür Bedingungen gestellt, zu denen er durchaus berechtigt ist, die aber der Exekutive unannehmbar scheinen. Ich bitte also, das beantragte Budget anzunehmen und keine Versuche zu machen, es zu vergrößern. Denn es ist kein Kinderspiel, für die Vergrößerung eines Budgets zu stimmen, wenn man nicht weiß, wie man auch nur das von der Finanzkommission beantragte Budget aufbringen soll. ELIESER KAPLAN (Zionist, Erez Israel — spricht jüdisch): Herr Dr. Hexter hat seine Ansprache mit den Worten geschlossen, daß hier ein Kinderspiel vor sich geht. Ich will nicht gegen Ausdrücke protestieren, aber es scheint mir, daß sich leider Herr Hexter kein richtiges Bild davon macht, was in Erez Israel vorgeht. Der Unterschied zwischen den beiden Budgetvoranschlägen beträgt 10.000 Pfund. Diese 10.000 Pfund sind aber von besonderer großer Bedeutung. In dem Budgetvoranschlag von Dr. Senator gibt es keinen einzigen Pfennig für die Linderung der Arbeitslosigkeit. Es ist kein Kinderspiel, sondern ein verbrecherisches Spiel zu glauben, daß die Agency-Exekutive nach Erez Israel zurückkehren und ihre Arbeit fortsetzen könne, während tausende von jüdischen Arbeitern verhungern und sie ihnen nicht helfen kann. Wir werden nicht zulassen, daß der jüdische Arbeiter hungert. Durch verhältnismäßig kleine Summen wird man auch verhindern können, daß noch hunderte von Schülern von den Schulen weggeschickt werden. Diese Summe von 10.000 Pfund kann ungeheure Folgen für unsere Arbeit in Erez Israel haben. Dr. Hexter bemerkte, daß es Einnahmeposten gibt, die im Finanzkomitee angezweifelt wurden. Aber es gibt auch in den Resolutionen des Finanzkomitees eine, wonach die Exekutive berechtigt ist, wenn die zweifelhaften Summen nicht eingehen, entsprechende Änderungen im Budget vorzunehmen. Leider bestand im Finanzkomitee keine Möglichkeit, die Ausgaben zu betrachten. Man hat sich leider kein Bild davon gemacht, was das Budget in der Wirklichkeit in Erez Israel bedeutet. Man fragt, woher die 10.000 Pfund kommen sollen. Wir haben erklärt, daß es Pflicht des Councils ist, von den Genossen in Amerika zu verlangen, daß sie in diesem Jahre wenigstens 100.000 Pfund für den Keren Hajessod hergeben. Im vorigen Jahre haben sie nur etwa 80.000 oder 90.000 Pfund aufgebracht. Sie haben aber damals die Arbeit erst im März eingeleitet. Jetzt haben sie ein ganzes Jahr vor sich. Wir glauben, wenn die Nichtzionistcn und Zionisten ihre Pflicht erfüllen und von der Erkenntnis der sehr schweren Lage in Erez Israel durchdrungen sein werden, wird das Geld beschafft werden. Ich möchte noch bemerken, daß wir nicht über das Budget als etwas gesamtes, ohne zu jeder einzelnen Frage Stellung zu nehmen, abstimmen können. Gibt es die Möglichkeit, hier einen halben Tag der Behandlung der Frage zu widmen, was Arbeitslosigkeit in Erez Israel, was die Auflösung von Kolonien und die