Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 578 (sequence 581)
- Language
- German, English, Hebrew
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578 Council-Sitzung: Beriebt der Budget- und Finanz-Kommission Forderungen der Jewish Agency betreffend die oben erwähnten Punkte zu befriedigen. III. Der Council der Jewish Agency gibt neuerlich seinem ernsten Wunsche nach Herstellung einer dauerhaften Verständigung zwischen Juden und Arabern in Palästina auf der Basis gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Achtung Ausdruck und bekundet zugleich seine Überzeugung, daß Juden und Araber ein gemeinsames Interesse an der friedlichen Entwicklung Palästinas haben. Der Council beauftragt die Exekutive, weiter an der Herstellung harmonischer Beziehungen zwischen Juden und Arabern unter dem Mandate zu arbeiten, Beziehungen, die darauf gegründet sind, daß beide Parteien den Grundsatz akzeptieren, daß keine Partei herrschen oder von der anderen beherrscht werden soll. BERICHT DER KOMMISSION FÜR BUDGET UND FINANZEN. VORSITZENDER DER FINANZKOMMISSION Dr. BERNHARD •KAHN (Mitgl. d. Ex. — spricht deutsch): Ich stehe vor Ihnen wie ein Schul- -knabe, der seine Aufgabe nicht fertiggebracht hat. Die Finanzkommission ist nicht zu Entscheidungen gekommen, die ich Ihnen als solche vortragen kann. Das liegt zum größten Teil daran, daß sich in der Finanzfrage alle Nöte und alle Probleme wiederholen, über die Sie seit Wochen und vielleicht seit Jahren diskutieren. Wir sind in einer sehr schweren finanziellen Situation und müssen nach der Möglichkeit suchen, mit den möglichen Mitteln zu wirtschaften. Dieser Aufgabe sind Zionisten und Nichtzionisten gerecht geworden, und auch das Budget von 366.000 Pfund, das der Zionistenkongreß annahm, wurde in diesem Sinne festgesetzt. Das will ich gern feststellen. Wenn es sich doch noch von dem Budget unterscheidet, das die Kommission Ihnen mit einer sehr kleinen Mehrheit empfiehlt, so liegt das an einer gewissen anderen psychologischen Auffassung einer Budgetplanung beim Administrative Committee und besonders bei seinem nichtzionistischen Teil. Der Unterschied an und für sich ist nicht groß. Das Budget ist ein Globalbudget. Es enthält einen Ausgabenposten von 351.000 Pfund. Die Einnahmen bestehen aus dem auf 250.000 Pfund geschätzten Ergebnis der Sammlungen des Keren Hajessod und von Drives in Amerika, außerdem aus 45.000 Pfund von der amerikanischen Hadassah. Zur Summe von 351.000 Pfund kommen wir, weil noch gewisse andere Möglichkeiten (Inkasso von Außenständen, Erneuerung von Darlehen etc.) vorhanden sind, Gelder liquid zu machen. Ob es wirklich möglich sein wird, muß weiteren Verhandlungen überlassen bleiben. Um die einzelnen Posten entstanden in der Kommission leidenschaftliche Kämpfe. Wir müssen diese Leidenschaftlichkeit verstehen, denn es handelt sich wirklich um Existenz oder Nichtexistenz der Arbeit der Jewish Agency, um Fortführung oder Unterbrechung des Palästinaaufbaus. Und alle, die mit leidenschaftlichem Herzen mit Palästina verknüpft sind, haben das auch in der Kommission zum Ausdruck gebracht, obwohl man eigentlich in Kommissionen ruhiger arbeiten sollte. Es war deshalb nicht möglich, Ihnen Vorschläge über die Einzelheiten dieses Budgetvoranschlages zu machen. Wir sind nur in einer einzigen Frage zu einer Einigung gekommen, und zwar, daß aus dem Posten Erziehungsbudget 2000 Pfund für das Technikum gegeben werden sollen. Im übrigen wurden einige Resolutionen angenommen, andere bestritten, andere abgelehnt, wieder andere einer neuen Redaktion unterworfen.