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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 574

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 574 (sequence 577)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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574 4- Council-Sitzung: Generaldebatte Es ist uns vom Misrachi gelungen, die Zionistische Organisation in der Richtung zu beeinflussen, daß sie in das zionistische Budget gewisse Summen für religiöse Zwecke hineinnimmt. Seit dem Tage der Errichtung der Agency hat man begonnen, diese Summen immer mehr zu reduzieren. Man hat jetzt in ein Budget von Hunderttausenden von Pfund für die Aufbauarbeit von Erez Israel nur einen Betrag von iooo Pfund für religiöse^ Zwecke eingesetzt (Zwischenrufe: Auch diese Summe gibt man nicht!). Ich habe schon von der Reduktion des Erziehungsbudgets gesprochen. In erster Reihe wurde die religiöse Erziehung reduziert, und ich muß sagen, daß man eine Erweiterung der Agency nicht erwarten kann, wenn sie ihre Äußerungen und Handlungen in dieser Beziehung nicht ändert. Es ist ferner bekannt, daß die Agency große Schuld an der Verzichtpolitik der letzten zwei Jahre hat. Dies kam auch in zwei Äußerungen des Vorsitzenden Dr. Adler zum Ausdruck. Dr. Adler hat über die Klagemauer-Kommission gesprochen und erklärt, daß wir in gewissem Maße mit den Resultaten der Arbeit dieser Kommission zufrieden sein können. Ich muß zugeben, daß diese Kommission viel fairer gehandelt hat als alle früheren Kommissionen, die nach Erez Israel gesandt wurden. Aber ihr Urteil ist für uns unannehmbar, und die Schuld daran hat die Agency. Sie hat auf die wichtigsten Prinzipien in Sachen der Klagemauer verzichtet. Der Vorsitzende hat in seiner Rede betont, daß wir kein Besitztumsrecht auf die Klagemauer verlangt haben. Daß dies die Agency nicht gefordert hat, war ein schwerer Fehler. Mit welchem Rechte hat der Vorsitzende in seiner Eröffnungsrede gesagt, er glaube, daß, wenn die Mohammedaner kämen und uns wieder den Zionsberg zurückgäben, damit wir dort von neuem den heiligen Tempel errichten, wir ihn nicht nehmen würden? Wir glauben, daß uns unsere Heiligtümer wieder zurückgegeben werden, nicht durch Macht und Gewalt, sondern weil Gott die Völker der Welt mit seinem Geist erfüllen wird, sodaß sie unser historisches Recht anerkennen (Beifall). NAHUM SOKOLOW (Präsident der Zionistischen Organisation, lebhaft begrüßt — spricht deutsch): Eines der Ideale der Jewish Agency ist die Vereinigung des Judentums der ganzen Welt für den Wiederaufbau von Erez Israel. In welcher Form soll sich diese Vereinigung des Judentums, diese Beteiligung an der Jewish Agency vollziehen? Man hat von verschiedenen Formen gesprochen. Oft benutzt man hier das Wort Demokratie. Es ist ein allgemeiner Begriff und man darf nicht glauben, daß damit, daß dieses Wort ausgesprochen wird, auch schon die Form gefunden ist. Wenn wir auf dem Standpunkt stehen, daß die Jewish Agency demokratisch ausgebaut werden soll, und ich stehe auf diesem Standpunkt, so entsteht die Frage: wie macht man das? Auch darauf wurden manche Antworten gegeben. Man hat von einem allgemein-jüdischen Kongreß gesprochen. Das ist gewiß ein großes Ideal. Aber dieser allgemein-jüdische Kongreß, der sich wohl von einem zionistischen unterscheiden soll, ist nicht leicht zustandezubringen und für den Augenblick wohl auch nicht zu erreichen. Es gibt noch andere Möglichkeiten. Ich denke da an eine Föderation allgemein-jüdischer Organisationen, die sich der Jewish Agency angliedern könnten, etwa Landsmannschaften der einzelnen Länder. Oder es könnten andere große jüdische Organisationen nicht landsmannschaftlicher Art sich an der Jewish Agency beteiligen.

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