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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 573

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 573 (sequence 576)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Adler, Sprinzaky Fischmann 573 Ich möchte viele Rothschilds für Palästina haben, ich bin auch für die Privatinitiative in Palästina. Zu diesem Zweck aber muß die Jewish Agency auf einem alljüdischen Interesse aufgebaut werden. Die Juden sollen nicht nur Philantropen, sondern verantwortliche Träger der Sache sein. Ich persönlich, als Zionist, fürchte nicht, wie gewisse zionistische Kreise, daß der volkstümliche Aufbau der Jewish Agency der Zionistischen Organisation schaden könnte. Hier in Basel hat Herzl die große Zionistische Organisation geschaffen, und viele fürchteten damals, daß er dadurch die Arbeit der Chowewe Zion gefährde. Fast 35 Jahre sind seit damals vergangen, und auch der XVII. Kongreß, der so sehr kritisiert wurde, ist ein Beweis dafür, wie groß, wie stark und richtig der Gedanke war, den Zionismus in die großen jüdischen Massen hinauszutragen. Die Jewish Agency beruht auf einer allgemeinen, allen annehmbaren Plattform: Palästina-Aufbau. Sie antwortet nicht auf die Frage „religiös oder nichtreligiös", sondern auf die Frage: Wie wird unser Bodenbesitz, unsere Einwanderung in Palästina vergrößert? Auf diesem Programm können sich alle einigen, Orthodoxe, Reformjuden, Sozialdemokraten. Ist der Zionismus die leitende und bewegende Kraft, die die Menschen zur Erreichung des gerechten Endzieles organisiert und erzieht, so ist die Jewish Agency die konzentrierte alljüdische Kraft, das unmittelbare Ziel zu erreichen. Wer soll der permanente Träger der Jewish Agency sein? Nicht nur wenige, einzelne, auch noch so repräsentative Persönlichkeiten, sondern jeder Jude, wo immer er auch sei. Mit dieser Massenorganisation werden wir die großen Juden, das jüdische Großkapital, den jüdischen Unternehmungsgeist gewinnen. Die Jewish Agency muß einen Schritt vorwärts machen und ihre Grundlage stabilisieren. Sie muß zu ihrem Träger den einzelnen Juden machen, der die Verantwortung für das unmittelbare Ziel auf sich nimmt. Dadurch wird sie neue große Möglichkeiten für den Aufbau von Erez Israel eröffnen (Lebhafter Beifall). Während der Rede Sprinzaks betritt Präsident Sokolow, von den Delegierten mit lebhaftem Beifall empfange}!, den Saal und nimmt am Präsidententisch Platz. RABBI J. L. FISCHMANN (Zionist, Erez Israel — spricht hebräisch): Mein Freund Rabbi Berlin hat gesagt, er wolle jüdisch sprechen, eine Sprache, die alle verstehen. Ich werde in einer Sprache sprechen, die alle verstehen müssen (Beifall). Ich stimme voll den Worten des Dr. Jung bei, daß wir uns bemühen müssen, das gesamte orthodoxe Judentum für die Agency zu gewinnen. Um dies aber zu erreichen, muß die Agency ihre Taten und Äußerungen dem Geiste des orthodoxen Judentums anpassen; dann werden die weiten Schichten des jüdischen Volkes der Agency beitreten. Leider haben wir hier von unserem geehrten Vorsitzenden Worte gehört, die keinesfalls hier, besonders von dem Vorsitzenden des Council, hätten gesprochen werden dürfen. Wir vom Misrachi haben auf die Gründung der Jewish Agency große Hoffnungen gesetzt. Wir hofften, bei den neuen Partnern Hilfe und Stütze für die geistige Arbeit in Erez Israel zu finden. Ich erinnere mich noch der Worte des seligen Marshall, der mit großer Begeisterung über das Judentum und den Geist des Judentums gesprochen hat. Leider muß ich konstatieren, daß seit dem Tage, an dem die neuen Partner der Erez Israel-Arbeit beigetreten sind, die geistige Arbeit zusammengeschrumpft ist. Gerade nach der Gründung der Agency wird in größerem Maße von der Reduktion der Erziehung gesprochen.

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