Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 575)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Council-Sitzung: Generaldebatte sogenannte „allgemeine" Erziehung Männer stehen, die sich öffentlich als nichtreligiös bezeichnen. Ich schlage daher zur Ergänzung des Vorschlages von Dr. Jung vor, eine Kommission einzusetzen, die darüber zu beraten hat, wie wir Erez Israel auf der Grundlage von Religion aufbauen sollen, nicht der abstrakten, sondern der positiven Religion. Auf die Worte Dr. Jungs, man könne in die Kommission nicht geschworene Pessimisten hineinnehmen, möchte ich bemerken: Pessimisten kommen überhaupt nicht zu uns (Hört, hört!). Aber es gibt mindestens zur Hälfte geschworene Optimisten bei uns, die glauben, ihre Parteien und ihre Wege seien die einzig richtigen. Ich wiederhole also: es soll eine Kommission von Fachleuten verschiedener Richtungen sein, welche verstehen, daß Erez Israel auf positiven Grundlagen aufgebaut werden muß, positiv in jeder Hinsicht: positiv nationalistisch und positiv religiös (Beifall). VORS. Dr. CYRUS ADLER: Ich habe nicht den Wunsch, die Debatte abzukürzen. Aber da ein Teil der Delegierten morgen noch vor Sabbathbeginn Basel verlassen will, ist es erforderlich, daß die Kommissionen möglichst schnell mit ihrer Arbeit beginnen und sie noch heute zu Ende führen. Sämtliche Kommissionen, mit Ausnahme des Nominationsausschusses, versammeln sich nach Schluß dieser Plenarsitzung zu einer gemeinsamen Sitzung, um ein Referat über die finanzielle Lage anzuhören. Die nichtzionistischen Mitglieder des Councils versammeln sich heute nachmittags um 6 Uhr, um die Wahl der nichtzionistischen Mitglieder und Ersatzmitglieder des Administrative Committee vorzunehmen. JOSEF SPRINZAK (Mitgl. d. Ex. — spricht jüdisch): Auf der Züricher Tagung der Agency eröffneten sich uns zwei große Perspektiven, die Hoffnung auf Vergrößerung der Möglichkeiten des Palästina-Aufbaues und die Hoffnung auf Vereinigung des gesamten Judentums zu einer gemeinsamen Tat. Weizmann und Marshall fanden den Anhaltspunkt, die zerstreuten Kräfte des Volkes zu vereinigen: Binjan Haarez, Palästinaaufbau. Die Jewish Agency hat aber in den letzten zwei Jahren auf diesem Wege nicht viel geleistet. Es gab eine glänzende Gelegenheit, die nicht in der Zionistischen Organisation vereinigten Kräfte des Volkes zu organisieren: die Aktion für den Emergency Fund. Aber die psychologische Situation verhinderte es wohl damals. Nun steht die Frage vor uns, wer und was die materielle und moralische Kraft der Jewish Agency sein soll. Ich war angenehm überrascht, als unser Herr Vorsitzender in seiner Rede die Bedeutung meines Vorschlages hervorhob, jeden Juden, der für den Aufbau Palästinas ist, mit der Jewish Agency zu verbinden und ihn zu einem verantwortlichen Träger der Aufbauarbeit zu machen. Wir müssen danach streben, für die Jewish Agency eine Million Mitglieder zu bekommen. Solange nicht die Gemeinden zu einem organischen Bestandteil der Jewish Agency geworden sind und das Judentum nicht in einer legitimen Form organisiert ist, müssen wir zunächst den einzelnen Juden erreichen. Das wird nicht die „oberen Zehntausend", wie hier gesagt wurde, von ihrer Pflicht befreien. Wir haben sie aber doch auch in diesen zwei Jahren nicht gewonnen, und unterdessen sind manche von den „oberen" zu den „unteren" Tausenden geworden. Wir müssen zunächst die Massen gewinnen; sie werden dann die „oberen Zehntausend" mitreißen. Die ersten Kolonisten in Palästina haben Baron Rothschild mitgerissen.