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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 570

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 570 (sequence 573)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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570 4. Council-Sitzung: Generaldebatte VORS. Dr. ADLER: Ich beantrage, daß der Vorschlag von Dr. Jung der Organisations-Kommission übergeben wird, die sich mit besonderen Einzelvorschlägen befassen soll. Ich habe heute auch verschiedene Briefe von Personen und Körperschaften erhalten, die sich auf religiöse Angelegenheiten und Schulangelegenheiten in Palästina beziehen. Auch diese verschiedenen Briefe werden der Organisations-Kommission übergeben werden, gleichzeitig mit Anträgen, die von Dr. Jung ausgearbeitet worden sind. Der Grundsatz der religiösen Freiheit ist, natürlich im Rahmen der Kompetenzen der Agency, in den seinerzeit angenommenen Statuten enthalten. Dr. S. DAICHES (Großbritannien): Ich möchte fragen, welches Hindernis es für die Agudah gibt, der Agency beizutreten. Ich kenne ein solches Hindernis nicht. RABBI SAMUEL SCHULMAN (Amerika — spricht englisch, übersetzt dann seine Rede selbst ms Deutsche): Ich freue mich, daß mir endlich Gelegenheit geboten ist, als ausgesprochener Nichtzionist ein positives "Wort dafür zu sagen, daß wir, so weit es in den Grenzen der Aufrechterhaltung unserer eigenen Überzeugung möglich ist, für Palästina zusammen arbeiten sollen. Warum sind wir Nichtzionisten in die Agency gegangen? Etwa um unsere Überzeugung zu verleugnen oder sie furchtsamerweise zu verheimlichen? Nein, furchtlos werden wir sie aufrechterhalten, aber, soweit als möglich, mit den anderen in Palästina praktisch zusammenarbeiten. Es liegt in der Tat eine Schwierigkeit für Nichtzionisten z. B. meiner Einstellung vor, und darum verstehe ich es gut, warum die Agudas Jisroel sich weigert in die Agency einzutreten. Denn wenn die Agudas Jisroel dem Zionismus gegenüber kritisch einwendet, daß er eine Verweltlichung des jüdischen Volkes sei, so ist darauf noch keineswegs geantwortet, wenn man sagt, es gebe auch einen religiösen Zionismus. Bis zu der Zeit, da der politische Zionismus begann, stand Gott im Mittelpunkt des jüdischen Denkens. Das Volk war nur ein Diener Gottes. Seit dieser Säkularisierung hat sich die Situation in ihr Gegenteil verwandelt, und das können wir als religiöse Partei nicht zugeben. Nun sind wir da, und wofür stehen wir ein? Wir stehen ein für die Einheit des jüdischen Stammes, welche absolut die Grenzen Palästinas und die Grenzen jeglicher Partei in Erez Israel überschreitet. Es ist eine Einheit von Blut und Tränen und Leiden und Opfer für die Treue gegenüber unserer geistigen Bestimmung. Auf dem Standpunkt der Einheit des jüdischen Stammes stehend, beanspruche auch ich absolute Denkfreiheit. Keiner kann mich aus dem jüdischen Volke ausschließen, weil ich eine nationalistische Auffassung ablehne. Für mich kommt zuerst Gott und dann das Volk Israel, das größer ist als Palästina. Es war vor Palästina da und wird auch nach Palästina sein. Und wenn Palästina durch ein Erdbeben verschlungen werden sollte, so wird es immer ein jüdisches Volk geben. In der tragischen Situation unseres Stammes dürfen wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf Palästina konzentrieren. Gewiß, Palästina ist uns heilig, weil unsere Propheten dort gelebt und gelehrt haben. Aber unser Blick darf sich nicht auf Palästina einschränken. Wo ein Jude lebt und leidet, dort schlägt unser Herz. Wir sollen uns nicht zerfleischen, sondern uns konsolidieren in Palästina und überall (Beifall). RABBI MEIR BERLIN (Zionist, Erez Israel): Meine Vorredner Dr. Jung und Schulman haben eine sehr wichtige Frage berührt, die mit unserer prakti-

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