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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 569

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 569 (sequence 572)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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569 Vierte Council^Sitzung* Donnerstag, 16. Juli 1931, vormittags. Beginn der Sitzung 10 Uhr 15. Min. Vorsitz: Dr. Cyrus Adler. Dr. S. DAICHES (Großbritannien): Herr Rabbiner Dr. Unna sagte gestern in seiner Rede, der Zionismus erstrebe die Verweltlichung des jüdischen Volkes. Das ist nicht der Fall. Wenn Herr Dr. Unna gesagt hätte, daß manche Zionisten dieses Bestreben haben, würde ich mich darum nicht weiter gekümmert haben. Aber in der erwähnten Form darf eine solche Äußerung nicht unwidersprochen bleiben. Der Zionismus erstrebt die geistige und materielle Rehabilitierung des jüdischen Volkes, und dies ist nur möglich durch ein nationales palästinensisches Israel. Dr. LEO JUNG (Amerika — spricht englisch): Ich habe ums Wort gebeten, um eine Frage anzuschneiden, die mir als fundamental erscheint. Die Jewish Agency kann ihr Ziel nicht verwirklichen, wenn es ihr nicht gelingt, die großen Massen unseres Volkes, die bis jetzt noch nicht in der Agency sind, für ihre Arbeit zu gewinnen. Ich hatte vor einigen Jahren gegen den Rat und gegen die Meinung mancher Leute meiner Partei — ich gehöre zur Agudah — mich der Agency angeschlossen, aus der Überzeugung und aus dem tiefen Gefühle heraus, daß man eine Einigung für die Palästinaarbeit erzielen muß. Wenn die orthodoxen Juden in ihrer großen Mehrheit sich nicht angeschlossen haben, war es nicht einer Laune zuzuschreiben, sondern einer tiefen Überzeugung. Wir wissen wohl, daß die wertvollsten Dinge, die wir in unserer Geschichte erreicht haben, dem zuzuschreiben sind, daß wir Prinzipien nicht einfach aufgegeben haben. Ich bin überzeugt, daß eine Kommission, die die Aufgabe haben wird, alle Wege zu studieren, um eine Formel zu entdecken, welche die Mitarbeit der Agudah ermöglicht, schließlich den Erfolg erreichen wird. Wir müssen bereit sein, in der Frage von Palästina getrennt zu marschieren, aber vereint zu schlagen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, an welchen alle Teile des jüdischen Volkes interessiert werden können. Wir sind das Volk der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß Palästina nicht eine Vereinigung aller Teile unseres Volkes bringen kann. Sehr wichtig ist die Frage, wie diese Kommission zusammengesetzt sein wird. Ich spreche hier ohne einen Nebengedanken. Die Idee ist folgende: In dieser Kommission darf kein Mann sitzen, weder von Seiten der Agency, noch von Seiten der Agudah, der ein professioneller Pessimist ist (Beifall), kein Mann, der vorher „weiß", daß man nichts erreichen kann, kein Mann, der sagt, ich muß auf meine Wähler, auf meine Zeitung, auf meinen Vorsitzenden, auf irgendwen Rücksicht nehmen. Es müssen Leute sein, die von der heiligen Überzeugung getragen sind, daß Erez Israel ein Zentralpunkt des jüdischen Lebens sein kann (Beifall).

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