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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 559

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 559 (sequence 562)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Jefroykin, Goldflam 559 sation, der bereits vom Präsidenten ausgesprochen wurde. Die Volksbasis für die Jewish Agency muß geschaffen werden. Mit der Durchführung soll das Administrativkomitee beauftragt werden. Wenn wir dies schaffen, dann erfüllen wir den großen Gedanken, auf den die Gründer der Jewish Agency gerechnet haben. Dr. SAMUEL GOLDFLAM (Polen — spricht deutsch): Ich will nicht den ganzen Komplex der äußeren Politik der Exekutive der Jewish Agency erörtern, lediglich den Brennpunkt: das Verhältnis zu England. Da will ich als These vorausschicken, daß allein das englische Volk in der Lage war, die Balfour-Deklaration zu promulgieren. Ich habe mir immer die Frage vorgelegt, warum in den berühmten Vierzehn Punkten Wilsons, in denen auch über die Gutmachung der historischen Ungerechtigkeiten gegenüber manchen Völkern gesprochen wird, nichts über das noch größere Unrecht, das seit Jahrtausenden seitens alier Völker Europas und teilweise noch jetzt gegenüber dem jüdischen Volke verübt wurde und wird, gesagt ist. England war es beschieden, diese Ungerechtigkeit zum Teil gutzumachen in Gestalt der Balfour-Deklaration, da dort das Übel gegen das Volk der Bibel am tiefsten empfunden wird. Die Römer sagten: „Senatores beni viri, senatus rapax." Alle Völker sind imperialistisch, England ist es am wenigsten. In allen Völkern haben wir Juden Freunde, in England die zahl- und einflußreichsten. Wir haben dort auch, wenn nicht Feinde, so doch Schlechtgesinnte, geringer an Zahl, und gerade in den Reihen der palästinensischen Administration und im Colonial Office. Wir haben wenig getan, um sie gut zu stimmen, viel, um sie zu reizen. Als Beispiel will ich nur anführen: Was geschah nach dem Passfield'schen Weißbuch? Scharfer Protest war gerechtfertigt, wir haben aber über das Ziel geschossen: riesenhafte Massenkundgebungen, daß die Polizei die englischen Gesandtschaftsgebäude schützen mußte, eine Pressekampagne in der ganzen Welt gegen England, das der Perfidie, des Verrates und Wortbruches beschuldigt wird. Alles das war danach angetan, uns nicht allein die Bürokratie, sondern auch außerhalb stehende Engländer zu entfremden. Wenn man einen Freund wie England hat, muß man auch seine Sorgen berücksichtigen, aber nicht erschweren, und es fehlte damals nicht an Sorgen; siehe die Araber, Indien usw. In manchen Kreisen wird behauptet, daß das Mandat England nur dank dem Einfluß der Juden zugefallen sei. In diesem Kreise brauche ich diese Auffassung nicht zu widerlegen. England wollte und mußte das Mandat bekommen, da es in Palästina die größten Interessen zu wahren hat: Mittelmeer, Suezkanal, Weg nach Indien usw. England wird, soweit vorauszusehen ist, in der nächsten Zukunft Palästina nicht verlassen, und damit müssen wir rechnen. Und das ist ein Glück für uns Juden, da die gegenseitigen Interessen sich ergänzen: Wrir, das aufstrebende Volk in Palästina, brauchen den Schutz der Engländer, die mit ihrer Flotte, Bataillonen, Tanks usw. nahe erreichbar sind. Aber auch die Engländer ziehen es vor, es mit einem arbeitsamen, friedlichen, von einem Ideal getragenen Volke, wie dem jüdischen, zu tun zu haben. In den letzten Jahren wurde das Vertrauen der Juden zu England erschüttert. Ich will nur zwei Angelegenheiten anführen. Es wurde der englischen Verwaltung in Palästina vorgeworfen, daß sie die Massakres vom August 1929 nicht vorausgesehen und vereitelt hat. Ich will nur fragen, warum dies nicht von unseren jüdischen Freunden in Palästina getan wurde? Die Nachricht überraschte sie aber nicht weniger als uns nach den sonnigen Tagen von Zürich.

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