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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 558

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 558 (sequence 561)
Language
German, English, Hebrew
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55« j. Council-Sitzung: Generaldebatte rung unternahm umfangreiche Arbeiten zur Anlage eines modernen und zuverlässigen Bodenkatasters, um eine einwandfreie Kreditbasis für den Bodeneigentümer, besonders für den Landwirt zu schaffen. Die jüngst erschienene Verordnung erschüttert diese Kreditbasis und trifft die arabische Bevölkerung vielleicht noch härter als die jüdische. Ein gemeinsames Vorgehen der Araber und Juden gegen eine derartige Gesetzgebung wäre sicher erfolgt, wenn nicht — unter dem Einfluß von Publikationen wie das Weißbuch 1929 — ökonomische Fragen ausschließlich unter politischem Aspekt behandelt würden. Trotz der großen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf das Endziel ist die gesamte zionistische Welt mehr denn je dazu disponiert, zu einem friedlichen Einvernehmen mit den Arabern überzugehen. Eine Gleichstellung der drei Hauptfäktoren: Mandatsregierung, arabisches und jüdisches Volk in allen Körperschaften, die das öffentliche Leben des Landes leiten sollen, soll als das regulierende Prinzip in der Symbiose beider Völker des Landes bestimmt werden (Beifall). ISRAEL JEFROYKIN (Frankreich — spricht jüdisch): Ich will die kurze, mir zugemessene Redezeit für die Behandlung einer Frage ausnützen, die in der Rede des Präsidenten gestern mit ein paar "Worten gestreift wurde, aber die Grundlagen der Jewish Agency ganz tief berührt. Ich freue mich, daß der Gedanke der Erweiterung der Jewish Agency im Sinne einer Volksorganisation vom Präsidenten des Councils selbst gekommen ist, also zu seiner Durchführung keines Kampfes bedürfen wird. Es ist richtig bemerkt worden, daß man nicht die große Last auf die Schultern von Einzelnen laden kann, wie groß sie auch sein mögen. Wir leben in einer Zeit der Demokratie, die sich als die einzige Form erwiesen hat, welche die Kräfte eines Volkes entwickeln kann. Es ist unmöglich, daß die zweite Hälfte der Jewish Agency in demselben Zustand bleibt wie bisher, daß sie nur Einzelpersonen darstellt. Daher ist es notwendig, auch den nichtzionistischen Teil der Jewish Agency in der Form einer Körperschaft zu entwickeln. Es gibt Skeptiker, die fragen, ob es möglich ist, für den nichtzionistischen Teil der Palästinabewegung eine Mitgliedschaft von bedeutendem Ausmaße, etwa von 500.000 organisierten Personen zu schaffen. Diese Zweifler sagen, das könne nur mit großen Zielen, mit einem weiten Endziel geschehen. Wie immer dem auch sei, der Versuch muß gemacht werden. Wenn wir nicht daran glauben, daß es einen großen Teil des jüdischen Volkes gibt, der nicht direkt zionistisch, aber mit Palästina als einem Zentralpunkt des jüdischen Lebens eng verbunden ist, dann können wir der Jewish Agency keinen Erfolg versprechen. Die Geschichte beweist uns, daß die Verbindung der Judenheit mit Erez Israel nicht von irgendeiner Form der Realisierungsmöglichkeit abhängig ist. Sie hat schon vor dem politischen Zionismus existiert. Der politische Zionismus schuf ihr den organisatorischen Rahmen. Aber auch heute noch besteht diese Verbundenheit weit außerhalb des Zionismus, und ich glaube, man kann bei einem großen Teil des jüdischen Volkes eine solche Begeisterung hervorrufen, daß daraus eine große Mitgliedschaft für die Jewish Agency entsteht. Es mag sein, daß sich daraus Reibungen ergeben können. Aber ich frage, was ist besser — die Ruhe, welche keine Aktivität des jüdischen Volkes hervorruft, oder die lebendige Bewegung, aus der eine schaffende Tätigkeit entsteht? Die Antwort ist klar. Immer ist das Leben besser als die Stille, welche aus der Untätigkeit kommt. So erkläre ich denn noch einmal: die gesunde Basis für die Jewish Agency ist der Gedanke der Volksorgani-

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