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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 556

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 556 (sequence 559)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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556 j. Council-Sitzung: Generaldebatte zeptiert wurde, werden viele Kinder ohne Erziehung bleiben, und wir werden Schulen schließen müssen. Wir müssen also nach Wegen suchen, wie die Fehler der Vergangenheit gutgemacht werden können. Wenn wir zu der Überzeugung gelangten, daß unsere Fonds bei ihrer größten Bedeutung für den Aufbau von Erez Israel doch nicht alles werden schaffen können, so muß man für die Zukunft auch an die Privatinitiative denken. Auch in der Vergangenheit wurde vieles von der Privatinitiative geleistet, und zwar durch Phantasten, die mit verschiedenen Planen und Phantasien nach Erez Israel gegangen sind und dort vieles geschaffen haben. Sie wissen aber nicht, wieviel Geld diese Leute verloren haben: ebensoviel, wie an Investitionen übrig geblieben ist. Einer der Gründe dafür war, daß es keine Stelle gab, wo sie sich informieren konnten. Wenn aus der investierten Summe viel Positives in Erez Israel geschaffen wurde, so hat die verlorengegangene Summe zur Agitation gegen Erez Israel geführt. Nicht gegen die Idee von Erez Israel, die Idee des Zionismus; nie fand die Idee des Zionismus sowohl als allgemeine Idee als auch als ökonomische Lösung solch starken Anklang beim jüdischen Volke wie in der gegenwärtigen Zeit. Wenn es keinen Zionismus gegeben hätte, so wäre er jetzt geschaffen worden. Es muß aber berücksichtigt werden, daß in den letzten Jahren das jüdische Volk in ökonomischer Hinsicht ganz ruiniert wurde und die Juden in den verschiedenen Ländern ihr Geld verloren haben. Sie fürchten sich nun, das wenige Geld, das ihnen noch übrig geblieben ist, in Unternehmungen an solchen Orten zu investieren, wo die Lage unsicher ist. Es gibt viele Juden, die Geld besitzen und nach Erez Israel gehen wollen; aber sie müßten wissen, an wen sie sich wegen Auskunft zu wenden haben. Es sollte eine Stelle geben, die ihnen zeigt, wie sie Boden kaufen, einen Plan aufstellen und sich einordnen können. Ich komme jetzt aus Polen, wo es trotz der schweren Lage zahlreiche Juden mit Kapitalien gibt, die nach Erez Israel einwandern wollen. Diese Personen müssen als Gesamtheit organisiert und es muß ihnen die notwendige ausführliche Auskunft erteilt werden, sonst werden sie ihr Geld verlieren und dann zurückfahren müssen. Ich spreche schon seit fünf bis sechs Jahren darüber, daß ein solcher Plan ausgearbeitet werden muß, wie sich ein Jude mit einer bestimmten Summe einordnen kann. Der Entwurf eines solchen Planes wurde auch einem Mitglied der Exekutive überreicht. Wenn wir z. B. von einer Summe von 50.000 Pfund sprechen, die für den Erwerb einer Bodenfläche für die Errichtung einer Kolonie bestimmt werden soll, so müssen gleichzeitig Einzelpläne ausgearbeitet werden, wie der Boden verteilt werden soll, was die Wasserversorgung und die Errichtung von Wegen kostet und welche Parzelle der Einwanderer für eine bestimmte Summe bekommen kann. Die Agency muß eine solche Auskunftsstelle schaffen. Wenn die Juden in der ganzen Welt erst einmal wissen, daß es solche Möglichkeiten gibt, so wird es viele geben, die nach Erez Israel einwandern. Gleichzeitig muß man aber auch für die chaluzische Einwanderung und Kolonisation sorgen. Optimismus ist gut, aber es reicht nicht aus, nur große Worte darüber zu sprechen. Die Lage in der zionistischen Bewegung war noch nie so schwer wie jetzt, aber es gab andererseits auch nie solche Möglichkeiten, Großes in Erez Israel zu schaffen. Und Sie sollen wissen, daß jeder mithelfen kann, und wer es nicht tut, der ladet die Verantwortung für den Mißerfolg auf sich (Beifall).

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