Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 554)
- Language
- German, English, Hebrew
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Senator 55i wendung minimaler Beträge zwischen 20.000 und 30.000 Pfund bis zum Frühjahr absorbiert werden. In der letzten Zeit ist in der jüdischen Öffentlichkeit und in den Kreisen der Jewish Agency vielfach die Frage unserer Finanzmethoden erörtert worden. Diese Diskussion ist fruchtbar und notwendig. Gerade in Momenten wirtschaftlicher Depression, in einer wirtschaftlichen Atempause, wenn wir uns auf einen neuen kolonisatorischen Vorstoß vorbereiten müssen, ist es sicherlich richtig, noch einmal die Wege zu überprüfen, die uns eine Gesundung unserer Finanzen und die Erweiterung unserer wirtschaftlichen und sozialen Arbeit im Lande möglich machen soll'en. Ohne hier im einzelnen zu den verschiedenen vorliegenden Projekten Stellung zu nehmen, wie etwa der Investment Corporation, dem Projekte der Heranziehung größerer Massen mit kleineren Beiträgen, den Projekten für eine stärkere Entfaltung des Keren Hajessod dadurch, daß man gewisse Arbeiten stärker mit gewissen Gruppen verbindet, möchte ich doch meine Meinung kurz ungefähr folgendermaßen zusammenfassen: Der Aufbau Palästinas muß sich vollziehen durch gegenseitige Ergänzung der Privatinitiative und nationaler planmäßiger Wirtschaftspolitik. Zu diesem Zwecke müssen durch das nationale Kapital Vorbedingungen geschaffen werden, die es einerseits dem individuellen privaten Kapital ermöglichen, mit Aussicht auf Erfolg Investierungen in Palästina vorzunehmen, auf der anderen Seite sollten öffentliche Institutionen entstehen für die verschiedenen Zwecke wirtschaftlicher Arbeit. Wenn wir heute von einer erfolgreichen Privatinitiative sprechen, dann sollen wir nie vergessen, daß sehr vieles, wenn nicht alles, auf der Basis des nationalen Kapitals geschaffen wurde und auf der Basis von Erfahrungen, welche auf Kosten des nationalen Kapitals im Lande gemacht wurden. Vor zwei Jahren haben wir in Zürich den Gedanken eines großen wirtschaftlichen Institutes, eines Investment Trust, erörtert, der diese Institutionen für die Zwecke wirtschaftlicher Arbeit mit dem notwendigen langfristigen Kapital versieht. Die Ungunst der Zeit hat die Durchführung dieser Pläne verhindert. Sie müssen wieder aufgenommen werden, wenn und nachdem unsere Finanzen in Ordnung gebracht sind und wenn die allgemeine wirtschaftliche Lage in der Welt es ermöglicht. Es wäre aber ein Irrtum anzunehmen, daß Privatkapital einerseits, Institutionen der oben erwähnten Art andererseits ausreichend sind, die Aufgaben zu erfüllen, die der Aufbau Palästinas an das Weltjudentum stellt. Ohne die Grundlage der Arbeit unserer Fonds ist die Durchführung weitgehender wirtschaftlicher Pläne, die Aufrechterhaltung derjenigen sozialen und kulturellen Einrichtungen, die den Stolz des Jischuw und den Stolz des Judentums bilden, nicht möglich. Im Wechsel der Zeiten werden sicherlich die Methoden des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth zur Geldaufbringung Wandlungen unterliegen. Es wird Aufgabe der betreffenden Gremien sein, die bestmöglichen Methoden auszuarbeiten, die uns wieder eine Stabilisierung der Einnahmen und ein allmähliches Wachstum dieser Einnahmen sicherstellen. Ich möchte mich nun abschließend an Sie wenden und insbesondere an unsere Freunde aus Amerika. Der Aufbau Palästinas, die Erfüllung der Aufgaben, die der Keren Hajessod zu bewältigen hat, ist unmöglich ohne eine adäquate Beteiligung des Gesamtjudentums und des amerikanischen Judentums, das seiner Zahl nach ein Drittel, seinem spezifischen finanziellen Gewicht nach ohne Zweifel weit mehr als die Hälfte des Weltjudentums darstellt.