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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 545

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 545 (sequence 548)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ruppin 545 Gaben aus dem Ausland lebt, sondern auf eigene Arbeit gestellt ist. Von den 85.000 Juden des Vorkriegs-Palästina lebten etwa 60.000 von diesen Unterstützungen, heute dagegen von den 180.000 palästinensischen Juden nur 40.000, während die anderen 140.000 sich im Lande verwurzelt haben und von ihrer eigenen Arbeit leben. Auch die Touristik gibt einer immer größeren Zahl von Juden eine Existenz. Sie wissen, daß in den letzten Jahren eine Reihe großer Hotelbauten ausgeführt wurde, die Palästina als Touristenland in eine Reihe mit anderen großen Touristenländern stellen. Im nächsten Jahre werden wir im Lande die Makkabiah haben, die ein großes sportliches Ereignis zu werden verspricht. Sie wird viele Juden nach Palästina bringen und die Kenntnis Palästinas in den Ländern der Diaspora verbreiten. Neben diesem ökonomischen Fortschritt ist der geistige nicht gering zu schätzen. Während es vor 25 Jahren in Palästina kein einheitliches Schulwesen gab und die Kinder Schulen mit 13 verschiedenen Sprachen besuchten, ist es jetzt gelungen, mehr als 20.000 jüdische Kinder in hebräischen Schulen zu vereinigen. Die Generation, die hier heranwächst, stellt einen Schatz dar, wie ihn das jüdische Volk noch nie gehabt hat. Der Jischuw hat sich durch die rechtliche Anerkennung der Knesseth Israel eine feste Stellung erworben und die Leitung seiner eigenen Angelegenheiten wie Erziehung, soziale Fürsorge, Gemeindeorganisation selbst in die Hand genommen. In der Universität haben wir ein Zentrum für jüdische Forschung geschaffen, das nicht nur die oberste Forschungsstelle für jüdische Wissenschaft im allgemeinen, sondern auch für die Erforschung Palästinas im besonderen sein wird, und das in der Zukunft der jüdischen Jugend mehr und mehr die Möglichkeit geben wird, in Palästina zu studieren. Ziehen wir all dies in Betracht, so haben wir kein Recht, Pessimisten zu sein. Ich glaube überhaupt, daß sich Zionismus und Pessimismus miteinander nicht vertragen (Hört, hört!). Wer Zionist ist, wer sein Leben einsetzt für eine so schwierige Aufgabe, die von so vielen unberechenbaren äußeren Faktoren abhängt, der kann an seine Arbeit nur herangehen, wenn er wirklich glaubt, daß diese Welt doch vorwärts schreitet und daß die Forderungen, welche, wie die zionistische Bewegung, dem Fortschritt der Menschheit dienen, trotz aller Rückschläge ihre Erfüllung finden werden. Es gehört heute nicht mehr so viel Optimismus dazu, für Palästina zu arbeiten, wie vor 25 Jahren. Als 1897 in dieser Stadt, in der wir uns heute versammeln, der erste Zionistenkongreß sich für die Errichtung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden in Palästina erklärte, schien dies ein so entferntes, fast utopisches Ziel, daß nur diejenigen, welche Optimisten, ja noch mehr: Phantasten waren, glauben konnten, daß dieses Verlangen mit den realen Verhältnissen dieser Welt in Einklang gebracht werden könne. Heute liegen die Dinge doch wesentlich anders. Wir haben wichtige politische Errungenschaften wie das Palästinamandat hinter uns. Der Jischuw ist heute, wiewohl er zahlenmäßig nur 18 Prozent der Bevölkerung darstellt, doch durchaus befestigt. Es kommt nicht mehr wie früher darauf an, die ersten Grundlagen zu schaffen; sie sind bereits da. Es kommt jetzt darauf an, sie auszubauen. Und da komme ich zu dem, was ich eigentlich als den Hauptzweck meiner heutigen Darlegung ansehe. Ich möchte Ihnen die Überzeugung beibringen, daß die nächsten zehn Jahre für unsere Bewegung entscheidend sind. Wir haben in Palästina von 1921 bis 1930 35

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