Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 540 (sequence 543)
- Language
- German, English, Hebrew
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i. Council-Sitzung: Politischer Bericht mit der britischen Regierung bilde, es sei aber Sache des Zionistenkongresses und schließlich der Tagung der Agency, über diese Frage endgültig zu entscheiden. Die Vertreter der Exekutive der Agency in den verschiedenen Kommissionen des Council werden den Mitgliedern dieser Kommissionen die Tatsachen, Korrespondenzen und Dokumente vorlegen, welche diese und andere Verhandlungen betreffen. Ich möchte aber sogleich sagen, daß die Verhandlungen, die mit dem MacDonald-Brief endeten, noch nicht den letzten Akt des Dramas der zwei vergangenen jähre bildeten. Wir hatten seither Gelegenheit, wieder mit einem von der britischen Regierung eingesetzten Sonderkomitee eines der wichtigsten Problems unserer Arbeit in Palästina zu besprechen. Ich meine den Entwicklungsplan, der in dem Bericht von Sir John Hope Simpson angedeutet und in dem Weißbuch von 1930 und in den verschiedenen Erklärungen der Regierungsvertreter im Parlament und außerhalb desselben wiederholt erwähnt wurde. Das bisher wichtigste Vorkommnis in Bezug. auf den Entwicklungsplan ist mehr negativer als positiver Natur. In unseren Unterhandlungen mit dem Kabinettskomitee und mit dem speziellen Entwicklungskomitee unterstrichen wir die Tatsache, für die wir Beweise haben, daß der Bericht von Sir John Hope Simpson, insofern er unseren jüdischen Ansiedlungsplänen und der Einwanderung nach Palästina widerspricht, nicht auf verläßlichen Tatsachen beruht und also keine Basis für einen Entwicklungsplan bilden kann. Bei der letzten Sitzung der Ständigen Mandatskommission erklärte der Vertreter der britischen Regierung, Dr. Shiels, in seiner Rede, daß die Ziffern und Tatsachen des Simpson-Berichtes nicht als Grundlage für den Entwicklungsplan dienen, sondern daß die Entwicklungskommission, sobald sie ernannt sein wird, alle Tatsachen Palästinas selbst in Betracht ziehen und ihren Entwicklungsplan auf Grund dieser sorgfältigeren Untersuchung der Situation ausarbeiten soll. Dies ist eine Tatsache, die wir entsprechend beachten müssen, denn sie stellt eines der wichtigsten Ergebnisse unserer Verhandlungen mit dem Kabinettskomitee einerseits und unserer Kritik des Simpson-Berichtes andererseits dar. Der MacDonald-Brief, der das Resultat der Verhandlungen mit dem Kabinettskomitee bildet, beseitigt ein für allemal den im Simpson-Bericht festgelegten Grundsatz, daß ungezählte Tausende sogenannter „landloser Araber", deren Existenz unbewiesen ist, berücksichtigt werden müßten. Der Brief stellt als Aufgabe der Mandatarmacht in Bezug auf diese Frage fest, daß sie es auf sich nehmen soll, für jene Klasse von Arabern zu sorgen, die als „freigesetzte Araber" (im Mac¬ Donald-Brief vorsichtig definiert) bezeichnet werden, falls sie tatsächlich infolge jüdischer Bodenkäufe von ihren Wirtschaften entfernt wurden und nicht seither anderswo in anderen Wirtschaften angesiedelt würden oder sonstige zufriedenstellende Beschäftigung gefunden haben. Und wir hoffen, wenn — gemäß dem Vorschlage im MacDonald-Brief — die Palästinaregierung oder die Entwicklungskommission eine genaue Untersuchung über die Anzahl der freigesetzten Araber durchgeführt hat, daß dann diese Verleumdung, die als Folge einer Zeugenaussage vor der Shaw-Kommission uns fast zwei Jahre lang anhing, einfür allemal beseitigt und, wie der Vorsitzende gesagt hat, erwiesen werden wird, daß der Wiederaufbau Zions wirklich auf Gerechtigkeit beruht. Die Verhandlungen mit dem Interdepartementalen Komitee sind beendet. Andererseits sind die Verhandlungen mit der britischen Regierung über den Entwicklungsplan noch nicht geschlossen, und wir erwarten, daß diese Tagung des