Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 544)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky 54i Agency-Councils sehr wichtige Beschlüsse über die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsdirektoren bezüglich dieser und anderer Untersuchungen und der Vorbereitungen und Durchführung des Entwicklungsplanes zu fassen haben wird. Meine Damen und Herren! Die Politik, auf welcher unsere Arbeit in Palästina bis zum heutigen Tage beruhte, war auf vier Grundprinzipien gebaut. Erstens und vor allem anderen setzten wir uns für die im Mandate festgelegten und durch internationale Vereinbarung verbürgten jüdischen Rechte ein. Wir erwarten von der Mandatarmacht, daß man uns unsere Arbeit erleichtern wird, indem man vollständige Sicherheit für Leben und Vermögen aller Juden schafft, die nach Palästina kommen. Wir erwarten mindestens Freiheit von Behinderungen unserer Arbeit, Freiheit für die Entwicklung unserer jüdischen Siedlungen, Freiheit für eine entsprechende, auf der jüdischen Fähigkeit zur Entwicklung Palästinas beruhende Einwanderung. Wir dürfen darüber hinaus auf Erleichterung unserer Arbeit durch wirksame Mithilfe der Regierung hoffen. Zweitens haben wir unsere Politik auf Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht basiert und wir hoffen, daß diese Zusammenarbeit, durch den MacDonald-Brief wiederermöglicht, in Zukunft so entwickelt werden wird, daß sie wieder auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Drittens war unsere Politik basiert auf dem Grundsatz voller Gerechtigkeit und Freundschaft gegenüber dem arabischen Volke in Palästina und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit, und wir glauben und hoffen, daß mit der Zeit und mit der steigenden Verwirklichung der Ziele, für die wir in Palästina arbeiten, nicht nur die Araber Palästinas, sondern die ganze Menschheit verstehen wird, daß unsere Arbeit keine Ungerechtigkeit gegenüber den nichtjüdischen Bewohnern Palästinas bedeutet und bedeuten kann, sondern daß unsere Arbeit ebenso in ihrem wie in unserem Interesse durch Zusammenwirken beider semitischen Völker geleistet werden kann. Schließlich und als wichtigstes ist unsere Arbeit abhängig von einer großen einheitlichen jüdischen Anstrengung, in welcher sich die jugendliche Energie, die ohne Rücksicht auf persönlichen Ehrgeiz und persönliche Bequemlichkeit nach Palästina gebracht wird, und reichliche finanzielle Mittel, ohne die die große Aufgabe in Palästina nicht erfüllt werden kann, zu einem starken Strom vereinigen. Es wird eine der größten Aufgaben dieser Tagung des Councils der Jewish Agency sein, die politische Position des jüdischen Nationalheimes in Palästina dadurch zu stärken, daß sie ihm jene wirtschaftliche Basis schafft, ohne die unsere politische Stellung in ernste Gefahr geraten muß. Meine Damen und Herren! In diesen wenigen Minuten konnte ich nur einige der nächstliegenden- Betrachtungen berühren, die sich einem aufdrängen, wenn man die beiden vergangenen Jahre betrachtet. Ein schweres und in mancher Beziehung trauriges Kapitel der jüdischen Geschichte und der Arbeit der Agency ist geschlossen. Wenn wir auf die politische Arbeit der letzten zwei Jahre und auf die Arbeit unserer Chaluzim in Palästina in dieser Zeit zurückblicken, so können wir wohl sagen: diese Jahre sind schwer gewesen, aber ehrenvoll, und wir Juden haben der Welt eine Front gezeigt, welche ihr bewiesen hat, daß der Glanz des alten Israel noch nicht ganz dahin ist. Und in dieser Versammlung des Council der Jewish Agency, welche Zionisten und Nichtzionisten vereinigt, möchte ich sagen, daß es die Hoffnung des jüdischen Volkes ist, in Palästina ein großes jüdisches nationales Heim aufzubauen, das einen ernsten Beitrag zur Erleichterung der Lage der Juden in der Welt und zur Stärkung der einigenden Bande