Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 542)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky 539 dort als Pioniere des künftigen Nationalheimes zu dienen, muß unsere Arbeit geführt werden. Es ist daher besonders wichtig für uns, den Mut zu erhalten, von dem die Kraft des Volkes abhängt, und aus diesem Grunde sind die Angriffe der beiden letzten Jahre besonders verheerend gewesen und haben uns große Sorgen bereitet. Eines der erfreulichsten Symptome des vereinheitlichten jüdischen Lebens in Palästina und der Verknüpfung dieses Lebens mit der Judenheit in der ganzen Welt war die Schaffung der Erweiterten Jewish Agency vor zwei Jaiiren und die Art, wie trotz der anfänglichen Meinungsverschiedenheiten und trotz unserer Herkunft aus zwei verschiedenen Lagern in Bezug auf unsere Auffassung des jüdischen Lebens und der Lösung der Judenfrage, doch in politischer Beziehung Zionisten und Nichtzionisten innerhalb der Jewish Agency voll und ganz für die Verwirklichung unserer Bestrebungen zusammengearbeitet haben. Wir haben in jener Ubereinstimmung gearbeitet, die dadurch charakterisiert war, daß als Protest gegen den politischen Angriff, den Höhepunkt der vier Angriffe der letzten beiden Jahre, gleichzeitig Dr. Weizmann als Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Felix Warburg als Präsident des Administrativkomitees und Lord Melchett als Präsident des Council der Agency ihre Demission gaben. Meine Damen und Herren! Dieser Protest war vielleicht das wirkungsvollste Zeichen der Einheit Israels für Palästina, und die Wirkung, die er auf die britische öffentliche Meinung ausübte, spiegelte sich sogleich in der historischen Einladung, die an Dr. Weizmann und seine Kollegen gerichtet wurde, mit einem Subkomitee der Regierung die durch das Weißbuch vom Oktober 1930 geschaffene Situation zu erörtern. Diese Erörterungen, auf welche unser Präsident heute schon hingewiesen hat, fanden zu einer Zeit statt, wo große Teile des jüdischen Volkes ihr Vertrauen zu der Mandatarmacht schwer erschüttert fühlten. Diese Erörterungen wurden von den jüdischen Vertretern unter der inneren Schwierigkeit geführt, die darauf beruhte, daß sie wußten, daß das jüdische Volk hinter ihnen stand und sorgenvoll auf das Ergebnis der Verhandlungen wartete, von dem ihre Zukunft als Volk, als Nation in so hohem Maß abhing, während wir gleichzeitig wußten, daß unser einziger Anspruch und unser einziges Aktivum für die Verhandlungen das im Mandat festgelegte juristische Recht und der moralische Anspruch des jüdischen Volkes gegenüber der Menschheit war. Der Brief des Ministerpräsidenten wurde von keinem Teilnehmer der Verhandlungen als ein Sieg oder gar Triumph bezeichnet. Wie Dr. Weizmann in seiner Erklärung nach Erhalt des Briefes sagte, waren wir nicht auf Gewinn, sondern auf unser Recht ausgegangen. Die dem jüdischen Volk auf Grund des Mandates zugesicherten Grundrechte waren im Weißbuch verleugnet, und einige davon sind wenigstens durch den MacDonald-Brief wieder hergestellt worden. Aus diesem Grunde erließ Dr. Weizmann mit Zustimmung seiner Kollegen in der Delegation, die mit dem Kabinettkomitee verhandelt hatte, seine Erklärung, nach welcher der MacDonald-Brief eine Basis für künftige Zusammenarbeit mit der britischen Regierung bilde. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben dieser Tagung des Council der Jewish Agency sein, die Aufgabe zu erfüllen, welche ihr Dr. Weizmann in seinem Mantelbrief zu unserem Jahresbericht an die Ständige Mandatskommission zuschrieb, als er erklärte, er persönlich und in seiner Eigenschaft als Führer der Delegation, die mit der Regierung verhandelt hatte, glaube, daß dieses Dokument eine Grundlage für die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit