Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 540)
- Language
- German, English, Hebrew
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ImHof, Catastiniy Meyer 537 Daß Sie wieder in der alten Kongreßstadt Basel tagen, darf wohl als neues Zeichen des Vertrauens zur bewährten schweizerischen Gastfreundschaft gedeutet werden. Was immer es auch sein möge, das Sie, gleich vielen anderen internationalen Verbänden, immer wieder zu uns führt, es ist wohl nicht zum mindesten die Tatsache, daß wir ein Land sind, welches trotz aller Verschiedenartigkeiten der Sprache, des Glaubens und der Rasse der ganzen Welt als ein Beispiel einer Staatseinigkeit gelten darf, die auch Ihrer Tagung als Rahmen und als Endziel beschieden sein möge. Sie sind immer willkommen, und die schweizerische Judenschaft ist stets aufs neue stolz, daß die Namen schweizerischer Städte zu Marksteinen in der Geschichte der Palästinabestrebungen geworden sind. Zufolge unserer kleinen Zahl können wir als Gastgeber leider nur eine bescheidene Rolle spielen, und wenn wir dieselbe nur in der Form von Begrüßungen und Wünschen ausüben können, so möge der darin liegende gute Wille auch für eine Tat angesehen werden. Sie haben zum Teil weite Reisen unternommen, um hier erscheinen zu können, und übersehen dabei sicherlich nicht, daß die Schweiz auch aus anderen Gründen als den erwähnten auf die ganze Wrelt eine Anziehungskraft ausübt, die sie zum beliebten Ziele für Tagungen werden läßt. Spezielle Grüße erlaube ich mir, der Leitung der Jewish Agency zu entbieten, die in schwerer Zeit die Führung angetreten und in noch schwererer Zeit die heutige Tagung einberufen hat. Dann auch einen vom Herzen kommenden Gruß der Arbeiterdelegation, den Chaluzim aus Erez Israel. Wenn auch jede Arbeit aller Funktionäre — jeder an seinem Ort und zu seiner Zeit — unsere volle Anerkennung verdient, so muß doch die von unseren Chaluzim geleistete Schwerarbeit in allererster Linie gewürdigt werden; denn sie geschieht unter besonders schwierigen Verhältnissen. Sie sind es, die das Land aus jahrtausendaltem Schlaf erlöst und mit ihrer Hände Arbeit eines der sichtbarsten Friedenswerke der Nachkriegszeit geschaffen haben und zu gleicher Zeit auch eines der schönsten Beispiele dafür, wie das große universelle Problem der Arbeitslosigkeit eine Milderung erfahren kann. Ihre Arbeit ist es aber auch, welche auf die heutige jüdische Jugend einen so ermutigenden Einfluß ausübt. Und einen weiteren speziellen, aber auch ernsten Gruß der amerikanischen Delegation, nicht nur wegen der bisherigen Leistungen, sondern noch viel mehr im Hinblick auf die künftige Entwicklung der Jewish Agency und damit des gesamten Palästinawerkes. Es ist nicht das erste Mal, daß ein jüdisches Meeting bei unseren Brüdern aus Amerika auf Hilfe rechnet, und wohl noch keines hat solcher dringender bedurft als das heutige, das aber auch, wenn man sich die jüngste Botschaft aus den Vereinigten Staaten vor Augen hält, unter einem besonders günstigen Stern zu stehen scheint. Geehrte Damen und Herren! Der Rahmen einer Begrüßungsansprache hat enge Grenzen. Doch sie ist ein gegebener Anlaß, an dem man mutig in die Zukunft und weise in die Vergangenheit blicken darf. Was könnte wohl weiser sein, als die Vergangenheit ruhen zu lassen und mutig von der Zukunft zu erwarten, daß Ihrer Tagung trotz aller Verschiedenheit der Anschauungen und der Parteien im Hinblick auf das gemeinsame Ziel ein voller Erfolg beschieden sein möge (Beifall).