Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 538)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Safed 1× ep/1046078
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Sokolow 535 Noch eines lieben Mitgliedes des Administrative Committee sei hier gedacht, das uns entrissen ward, Dr. Leon Reich. Er war ein eifriger Mitarbeiter an unserem Werke, ein Mann, der sich mit Eifer und Fleiß unserer Sache hingab und der es leider nicht erlebt hat, heute in unserer Mitte zu sitzen. Und nun möchte ich eine noch heiligere Pflicht erfüllen, indem ich unserer Märtyrer in den Augustunruhen gedenke, unserer heiligen Märtyrer, denn heilig nennt unsere Tradition die Märtyrer. Es waren nicht Menschen, die sich passiv hinschlachten ließen; diese Menschen repräsentieren ein neues Geschlecht, ein Makkabäergeschlecht auf dem Boden ihrer Väter. Zu ihnen gehören die Verteidiger unserer Kolonien, unsere Arbeiter, die ausgezogen waren, den Kampf zu führen mit den Elementen, und die nun in den Zwang versetzt waren, sich gegen Menschen zu verteidigen. Sie sind mit großer Selbstaufopferung und Begeisterung in den Tod gegangen, sie haben ihr Leben hingegeben, um es möglich zu machen, daß künftige Geschlechter auf unserem heiligen Boden leben. Wir strecken unsere Hände über ihre Gräber und erheben sie zu Gott dem Allmächtigen, daß er in seiner Gnade dieser heiligen Seelen gedenke, welche nach Hebron kamen, um sich dort der religiösen Lehre zu widmen, und die dort ihr Leben hingegeben haben. Wir senden von hier aus unseren Trost an unsere Brüder in Safed, wo eine große Anzahl von Juden hingeschlachtet worden ist. Wir empfangen alle diese Seelen im Pantheon unseres Volkes, von ihnen kann man sagen: Man soll den Gerechten keine Monumente bauen, denn ihre Taten sind ihre Monumente. Diese Märtyrer haben sich wahrhaft ein ewiges Gedenken geschaffen in der Geschichte unseres Volkes und Erez Israels. REGIERUNGSRAT Dr. A. IMHOF (Vertreter des Kantons Basel-Stadt — spricht deutsch): Hochansehnliche Versammlung! Die Stadt Basel heißt Sie in ihren Mauern herzlich willkommen. Ihre Behörden danken der Leitung des Kongresses für die Einladung zu dieser ersten Sitzung und sind ihr gern gefolgt. Die Jewish Agency hat bei ihrer zweiten großen Versammlung die Stätte aufgesucht, von der die große Bewegung des Zionismus ihren Ausgang genommen hat. Daß die Männer, in deren Köpfen und Herzen der Gedanke der Wiedergewinnung von Palästina für die Juden entstanden war, Basel als Ort ihres ersten öffentlichen Zusammentretens gewählt haben, ist wohl eine zufällige Entscheidung gewesen. Die Stadt mag gewählt worden sein, weil sie nicht einem Großstaate angehört und zentral gelegen ist. Man mag erwogen haben, daß die Juden einen angesehenen Bestandteil unserer Bevölkerung bilden, deren Verhältnis zur Gesamtheit seit langen Jahren keiner Diskussion unterlag. Aber innere Beziehungen verbanden die Begründer des Zionismus nicht mit unserer Stadt. Sie hat jene erste Versammlung auch nicht ohne eine neugierige Verwunderung aufgenommen. Ich erinnere mich noch wohl des Eindruckes, den man in den Sitzungen und auf den Straßen von der Mannigfaltigkeit der Judengestalten empfing, die sich da versammelt hatten. Es spiegelte sich darin die Zerstreuung des jüdischen Volkes in alle Länder. Und nun wurde hier vor uns das Ziel aufgerichtet, diesem zerstreuten Volke wieder eine Heimat zu gründen. Das Leuchten, das dieses Ideal in den Teilnehmern jenes ersten Kongresses entzündete, war so mächtig, daß sein Schein auch uns ergriff; und so entstand für den Kongreß unvermutet hier eine Atmosphäre herzlicher Sympathie, deren die Zionisten seither immer freundlich eingedenk geblieben sind.