Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 470 (sequence 473)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476288--8278-3484427- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
47° 24. Kongreß-Sitzung: Schlußreden tendes Beispiel eines Zionisten, dem das Große und das Kleine gleich wichtig ist, weswegen ich die Tätigkeit dieses Sekretärs als eine Mustertätigkeit im Kongreß« hervorhebe (Beifall). Schließlich sei der wichtigsten Mithelfer des Kongresses, der Presse, gedacht, welche ebenso geduldig wie unsere Gäste unsere Arbeiten verfolgt hat. Die Sympathie der jüdischen und teilweise der nichtjüdischen Presse zeigt uns, in welch hohem Maße der Zionismus die gesamte Öffentlichkeit bewegt, in welcb hohem Maße das jüdische Volk in allen Weltteilen an dem, was im Saale der Mustermesse vor sich geht, teilnimmt. Den Gästen will ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, daß sie so zahlreich erschienen sind. Bei früheren Kongressen hatte ich vielfach die Gewohnheit, die Gäste bald milde, bald streng daran zu erinnern, daß ihnen eigentlich nicht das Recht zusteht, in solchem Maße an den Verhandlungen, wenn aueb indirekt, durch enthusiastischen Beifall und Mitwirkung bei Ovationen oder durch den Ausdruck ihres Mißfallens, teilzunehmen, namentlich aber nicht die Stürme mitzumachen, die von den Delegierten allein schon in genügendem Maße besorgt wurden. Da ich mich bei den früheren Kongressen davon überzeugte, daß unsere Gäste nur wegen ihrer zionistischen Gefühle und infolge ihres ungeheuren Interesses, das sie für unsere Sache nicht weniger als die Delegierten besitzen, unsere Geschäftsordnung sprengen, sonst aber die Beschlüsse des Kongresses nicht in irgendwelchem Sinne beeinflussen, habe ich diesmal von unserem Hausrecht keinen Gebrauch gemacht und keine einzige Warnung an die Gäste erteilt. So ist das- Fehlen einer Teilung zwischen Delegierten und Gästen, soweit es sich um reine Äußerlichkeiten handelt, ohne schlimme Folgen vor sich gegangen und hat nur eine gewisse Wärme in das Zusammenleben zwischen diesen beiden Gruppen hineingebracht. Und nunmehr möchte ich mich an diejenigen Gesinnungsgenossen wenden,, die auf diesem Kongresse aus der Exekutive ausgeschieden sind. Ich gehöre zu jenen alten Gesinnungsgenossen, welche für Angehörige der Zionistischen Organisation, wenn sie ernste und ergebene Zionisten sind, das Wort „scheiden" nicht anerkennen. Viele unter uns haben lange Jahre und manchmal Jahrzehnte sieb zionistisch betätigt, ohne zur Exekutive oder zum Aktionskomitee zu gehören,, und sind Offiziere der großen Arbeit für unser zionistisches Ideal in einem höheren Sinne gewesen. Für mich gibt es keine scheidenden Mitglieder unserer leitenden Körperschaften. Die Zionisten, welche längere Zeit hindurch an der wichtigen politischen, organisatorischen und finanziellen Arbeit des Aufbaues unseres Nationalheimes gearbeitet haben, haben kein Recht, wenn sie aus der Exekutive scheiden, sich in eine Reserve zu begeben, sondern müssen pflichtgemäß mit derselben Intensität an dem zionistischen Bau weiterarbeiten. Dies gilt namentlich in der kritischen Periode, die wir jetzt durchmachen und in der wir die Mitarbeit aller brauchen. Ich werde mich nicht scheuen, trotz der heftigen Kämpfe, die unter den zionistischen Gruppen in den letzten Jahren gewütet haben, ein sehr unpopuläres Wort zu sagen: Ich schätze sämtliche Talente und Kräfte in der zionistischen: Bewegung und möchte es auch Ihnen allen beibringen, wie wichtig und entscheidend es zunächst ist, die Kräfte in allen Teilen und Gruppen des Zionismus ausfindig zu machen, sie richtig einzuschätzen und auf den richtigen Betätigungsplatz hinzustellen. Ich bin stets unglücklich darüber, wenn irgend ein Teil nebeni