Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 471)
- Language
- German, English, Hebrew
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468 24. Kongreß-Sitzung: Schlußreden besonderer Genugtuung, daß er auf diesem wichtigen Kongreß die Möglichkeit zuc präsidieren hatte. Wir wünschen ihm alle, der ganze Kongreß, von Wand zu Wand, er möchte mit uns noch viele, viele Kongresse erleben, mit vielen großen und besseren Resultaten, und nicht in der Galuth, in der Fremde, sondern bei uns; zu Hause, in unserem Lande, dort in Erez Israel (Der Kongreß bereitet dem Präsidenten Motzkin eine herzliche Ovation). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ehe ich mein Schlußwort an Sie richte, muß ichnoch eine rein formelle Pflicht erfüllen. Da laut Statut Beschlüsse des Kongresses betreffend Organisationsfragen einer zweiten Lesung bedürfen, so beraume ich. diese Lesung sofort an. Falls kein Protest gegen die mit Bezug auf organisatorische Fragen angenommenen Beschlüsse vorliegt, ist dieser Punkt damit erledigt und die diesbezüglichen Beschlüsse haben Rechtsgültigkeit erhalten (Es erhebt sich kein Protest). Hoher Kongreß! Zuerst gestatten Sie mir, unsere Dankesschuld abzutragen gegenüber denen, die uns hier die Abhaltung unseres Kongresses ermöglicht und" erleichtert haben, sowie denen, die an uns Begrüßungsworte gerichtet haben. In erster Reihe sei gedankt der Bundesregierung des Landes, in welchem wir bereitszehn Kongresse abgehalten haben, zuerst unsere große Idee künden, dann uns; mit konkreten Konsequenzen aus unserer Idee beschäftigen konnten (Lebhafter Beifall). Ferner sei dem Vertreter des Kantons Basel-Stadt, Regierungsrat Dr. ImHof unser herzlichster Dank ausgesprochen (Lebhafter Beifall). Hat er es doch in ergreifend schlichten Worten verstanden, als er an die ersten Kundgebungen in der für uns historisch gewordenen Stadt Basel erinnerte, unsere Seele aufs tiefste aufzuwühlen. Wir haben ihm nicht nur als dem offiziellen Vertreter, son^ dern als dem Freunde der zionistischen Bewegung enthusiastisch Beifall gezollt,, weil er, der Nichtjude, in so feiner Weise unsere inneren Erlebnisse begriffen und' die historische Epoche des Auftretens Herzls vor unseren Augen hat wieder aufleben lassen. Ich danke sodann dem Vertreter der Mandatar macht, von der wir die Durchführung des uns zustehenden Rechtes auf ein jüdisches Nationalheim in Palästina erwarten. Ich danke dem Vertreter des Völkerbundes für die Begrüßung, die er uns hat zuteil werden lassen, der größten internationalen Institution, mit der wir rechtlich und faktisch verbunden sind, einer Institution, die nicht nur dazu berufen ist, als Vertretung der gesamten Menschheit unser Streben nach nationaler Renaissance grundsätzlich zu verstehen, sondern auch gleichzeitig die Pflicht übernommen hat, die uns im Mandate durch eine Reihe von Klauseln zustehenden Rechte zu wahren. Das ganze Judentum hat es als eine Erlösung empfunden, als die Mandatskommission unsere Beschwerden in gerechter Weise behandelt und berücksichtigt hat. Wenn der Vertreter dieser offiziellen Instanz der Völkerfamilie sich bei uns eine gewisse Reserve auferlegt, so verstehen wir wohl, daß eine solche Reserve in den internationalen Beziehungen durch die verschiedensten Momente bedingt sein kann. Wir geben uns jedoch der Hoffnung hin, daß der Völkerbund unseren durch die Zustimmung von 52 Staaten legitimierten Anspruch auf unser Nationalheim auch in der weiteren Behandlung Palästinas stets aus Gründen der Gerechtigkeit gegenüber uns als einem Teil der Menschheit zu reali^ lisieren helfen wird.