Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 469)
- Language
- German, English, Hebrew
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466 24. Kongreß-Sitzung: Schlußreden VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich verstehe den Antrag folgendermaßen: Das A.C., das sich übrigens genau aus denselben Teilen zusammensetzt wie der Kongreß, soll sich mit der Aufgabe befassen, in welcher Weise die Chaluzorganisationen zur Mitarbeit in den Palästinaämtern herangezogen werden sollen. Es kann sein, daß es sich gar nicht um einen bestimmten Prozentsatz in der Zusammensetzung der Palästinaämter handelt, vielleicht nur um eine konsultative Mitarbeit. Ich bemerke, daß mir ein Antrag auf Reassumierung des in dieser Angelegenheit gefaßten Kongreßbeschlusses vorgelegt wurde, der von 116 Delegierten unterzeichnet war. Sie werden die moralische Kraft von 116 Delegierten nicht mißachten können. Ich weiß ganz genau, daß nicht nur die Arbeiterfraktion, sondern auch ein sehr großer Teil der Allgemeinen Zionisten beider Gruppen den Wunsch hat, den Beschluß zu reasummieren, und sie haben es mir auch ausdrücklich erklärt. Da aber der Antrag nicht die erforderlichen 120 Unterschriften hatte, konnte ich eine Reassumierung nicht zulassen. Hingegen erachte ich es als volles Recht und moralische Pflicht des A.C., sich mit dieser Frage zu befassen und einen Zustand nicht völlig zu ignorieren, der bis jetzt geherrscht hat. Das A.C. hat das oft genug getan. Darum war ich im Recht, als ich dem Antragsteller das Wort erteilte (Erneute, andauernde Unruhe hei den Revisionisten). Die Abstimmung über den Antrag wird eingeleitet, aber die Revisionisten erheben stürmischen Protest dagegen. Der Lärm richtet sich abwechselnd gegen das Präsidium, gegen die Arbeiter und den Misrachi. Die lärmende Obstruktion der Revisionisten dauert minutenlang an. Pfuirufe gegen Rabbi Meir Berlin, der für den Antrag stimmt. Viele Revisionisten begeben sich protestierend zur Tribüne. Die Sitzung wird unterbrochen. Das Kongreßpräsidium zieht sich zu einer Beratung zurück. Nach Wiederaufnahme der Sitzung um 21 Uhr 20 Min: VORS. PRÄS. MOTZKIN: Das Kongreßpräsidium stellt einmütig fest, daß, wie der Kongreßpräsident bereits erklärt hat, der vorliegende Antrag keine Änderung des diesbezüglichen Kongrcßbeschlusses beabsichtigt, sondern daß durch ihn nur das A.C. beauftragt wird, Wege zu suchen, um ihm Rahmen des Kongreßbeschlusses den Chaluzorganisationen eine angemessene Vertretung zu schaffen. Bei der Abstimmung wird der Antrag angenommen. RABBI MEIR BERLIN (Misr., Amerika) legt dem Kongreß folgenden vom Delegierten Rabbiner Dr. Pinkas Keller (Misr., Tschechoslowakei) angeregten Antrag zur Kalenderreform vor: Der Kongreß beauftragt das A.C., der Frage der jetzt geplanten Kalenderreform seine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und alle Aktionen zu unterstützen, die geeignet sind, die den Sabbath gefährdenden Entscheidungen in dieser Frage zu verhindern. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Dr. EMIL SCHMORAK (Allg.y Ostgalizien) legt folgenden Antrag vor: Der Kongreß erklärt, daß er durch seinen Beschluß in der Universitätsfrage in keiner Weise die Lehrfreiheit einschränken wollte. Der Antrag wird angenommen.