Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 466)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grossmann, Soloweitschik, Blumenfeld, Sokolow, Schwarzbart, Motzkin 463 Nachdem die neue Exekutive, in deren Zusammensetzung wir eine für eine einheitliche und politisch konsequente Arbeit ungeeignete Konstruktion erblicken, als Plattform für ihre Tätigkeit ein Programm angenommen hat, das in wesentlichen Punkten unseren Forderungen entspricht, erklären wir, daß wir für sie gestimmt haben, ohne jedoch als Gruppe die Mitverantwortung für die Tätigkeit der Gesamtexekutive zu übernehmen. Wir werden auch in Zukunft mit unserer ganzen Kraft für die zionistische Arbeit zur Verfügung stehen. Namens unserer Gruppe und vielleicht im Namen weit größerer Teile des Kongresses möchte ich hier den ausgeschiedenen Mitgliedern der Exekutive, Miß Szold, Col. Kisch, Felix Rosenblüth, Arthur Ruppin, Louis Lipsky und Harry Sacher und gleichzeitig auch unseren Freunden von der Linken, Kaplansky und Sprinzak, unseren Dank für ihre Arbeit aussprechen (Beifall). NAHUM SOKOLOW (Präsident der Zionistischen Organisation) verliest folgende Erklärung: Namens der Exekutive gebe ich folgende Erklärung über die auf Grund der Beschlüsse des Kongresses von der Exekutive in Aussicht genommenen Richtlinien für das Programm ihrer Arbeit: 1. Fortführung des praktischen Aufbauwerkes in Palästina unter allen politischen Umständen durch Förderung einer ununterbrochenen Einwanderung und Kolonisation. 2. Systematische Anstrengung zur Verstärkung der nationalen Fonds und Vorbereitung neuer finanzieller Aktionen zwecks Stärkung der nationalen Kolonisation und Schaffung der Vorbedingungen für die Entwicklung der Privatwirtschaft unter Wahrung des Grundsatzes organisierter jüdischer Arbeit. 3. Konsolidierung der bestehenden Wirtschaften, Fortführung der nationalen Arbeitersiedlung und aktive Maßnahmen zur Heranziehung des Mittelstandes in landwirtschaftlicher Kolonisation und Industrie. 4. Anerkennung der Gleichberechtigung aller sozialen Formen der Kolonisation unter der Voraussetzung ihrer Wirtschaftlichkeit. 5. Energische Verteidigung der durch das Mandat dem jüdischen Volke gewährten Rechte und Kooperation mit der Mandatarmacht zwecks voller Verwirklichung des Mandates und insbesondere zwecks Unterstützung der Mandatsregierung und der Palästina-Administration im Aufbau des jüdischen Nationalheims. 6. Aktive Maßnahmen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet, um friedliche Beziehungen und die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina herbeizuführen, von dem Grundsatz ausgehend, daß ohne Rücksicht auf die numerische Stärke keines der beiden Völker das herrschende, keines das beherrschte sein soll. Dr. IGNAZ SCHWARZBART (Allg., Westgalizien): Ich stelle den Antrag: Der Kongreß genehmigt das Statement des Präsidenten der Organisation. MEIR GROSSMANN (Rev., Rumänien): Eine Erklärung kann man nicht genehmigen. Wenn es eine Erklärung ist, muß es mit der Verlesung sein Bewenden haben. Soll aber der Kongreß einen Beschluß fassen, dann beantrage ich die Verweisung der Angelegenheit an die Politische Kommission und Eröffnung einer Debatte im Kongreß. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Durch die Wahl der Exekutive wurde auch die Frage der Politik, von welcher die Deklaration handelt, erledigt. Infolgedessen werde ich darüber keine Abstimmung einleiten. Der Kongreß hat das Statement des Präsidenten der Organisation zur Kenntnis genommen.