Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 465)
- Language
- German, English, Hebrew
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24- Kongreß-Sitzung: Erklärungen zu den Wahlen MEIR GROSSMANN (Rev., Rumänien): Im Namen der revisionistischen Fraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: Die Zusammensetzung der neuen Exekutive zwingt uns, in schärfste Opposition zur künftigen zionistischen Leitung zu treten. Die Reden, die auf dem Kongreß von den Vertretern der Linksgruppen gehalten wurden, welche einen Teil der Exekutive bilden, haben so nahe Verwandtschaft mit dem Brith Schalom, daß von irgend welchem Vertrauen und von Mitarbeit unsererseits keinerlei Rede sein kann. Die Zusammensetzung der Exekutive gibt uns keine Hoffnung darauf, daß das materielle und politische Vertrauen in die Zionistische Organisation wieder hergestellt wird. Wir bedauern tief den Kompromißgeist und die Unentschlossenheit der übrigen Gruppen, welche Vertreter in die neue Exekutive entsendet haben. Sie haben nicht den nötigen Mut gefunden, dem politischen und finanziellen Regime ein Ende zu setzen, das uns zu dem gegenwärtigen traurigen Zustand des Zionismus gebracht hat, wie er sich so scharf und klar im Verlaufe des Kongresses enthüllt hat. Der Weg zu neuem Zionismus, zum Zionismus des Judenstaates, zum Zionismus des schöpferischen konstruktiven Aufbaues, ist bis heute noch nicht frei. Der Weltverband der Zionisten-Revisionisten wird seinen Kampf gegen den defaitistischen Geist fortsetzen, der, wie es scheint, in den zionistischen Reihen noch verblieben ist und sich in der neuen Exekutive verkörpert. Dr. MAX SOLOWEITSCHIK (Rad., Weltw.): Namens der radikalen Fraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: In der vom Kongreß eben gewählten Exekutive erblicken wir den ersten, unter überaus schwierigen Umständen erfolgten und daher unvollkommenen Schritt auf dem Wege zur Überwindung des Systems, welchem Jahre hindurch unser Kampf galt. Wir wünschen und hoffen, daß die neue Exekutive in sich die Kraft finden wird, auf allen Gebieten der Politik und der jetzt besonders schwer bedrohten Aufbauarbeit in Palästina Positives zu leisten, und daß sie durch ihre Erfolge und durch ihre besonnene Haltung zur Befriedung innerhalb der Organisation beitragen wird. Als eine an der Koalition nicht beteiligte und daher für die Exekutive keine Verantwortung übernehmende Partei haben wir uns bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, daß wir die Exekutive nach ihren Taten, insbesondere nach ihrer Haltung in den politischen Fragen, die jahrelang den Gegenstand erbitterter Kämpfe innerhalb der Organisation bildeten, beurteilen werden. Unsere Partei hat bewiesen, daß sie in einer Zeit, da die höchsten Interessen der Bewegung es erforderten, selbst einer Exekutive, zu der sie in ausgesprochener parlamentarischer Opposition stand, ihre tatkräftige Unterstützung nicht versagt hat; umsomehr wird auf unsere Unterstützung diese Exekutive rechnen können, falls sie mit Energie unsere politischen Rechte verteidigen und es verstehen wird, den Zionismus in dem Sinne zu vertreten, wie er dem Geiste der Majorität dieses Kongresses entspricht. KURT BLUMENFELD (Allg., A.C.): Namens der Gruppe A der Allgemeinen Zionisten habe ich folgendes zu erklären: Unsere Gruppe kämpft für die Fortführung einer realistischen Politik der Verwirklichung der zionistischen Ideale. Wir bedauern auf das Tiefste, daß der Versuch, eine klare Entscheidung des Kongresses in den grundsätzlichen politischen Fragen herbeizuführen, mißlungen ist. Wir bedauern, daß diejenigen Kongreßgruppen, die um eines taktischen, in erster Linie innerzionistisch motivierten Vorgehens willen einen folgenschweren Kongreßbeschluß verursacht haben, nicht die Fähigkeit und nicht den Mut gehabt haben, auch die Verantwortung für eine den Konsequenzen dieser Abstimmung entsprechende neue Leitung und künftige Politik des Zionismus allein zu übernehmen. Wir versichern Dr. Chaim Weizmann, den scheidenden Präsidenten der Zionistischen Organisation, unseres unerschütterlichen Vertrauens und sagen ihm unsere Unterstützung zu, wo immer er seine Kraft in den Dienst unserer Sache stellen, wird.