Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 457 (sequence 460)
- Language
- German, English, Hebrew
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Motzkin, Wise, Kaplansky 457 Rußland, deren einziges Verbrechen es ist, daß sie sich von den jüdisch-nationalen Idealen nicht lossagen. Wir hier versammelten Zionisten, die, wie ich hoffe, im Namen der ganzen jüdischen öffentlichen Meinung und des jüdischen Gewissens in der Welt sprechen, senden unsere Grüße an unsere Brüder in Rußland und in Sibirien, in den Lagern und Gefangenenzellen, und wir sagen ihnen, sie tragen bei zum Ruhm des jüdischen Namens durch ihren unerschütterlichen Mut, ihre unbezähmbare Entschlossenheit, mit der sie die jüdische Fahne aufrecht erhalten inmitten des unaussprechlichen Golus eines Landes, das sich frei nennt und für unsere Freunde ein Land der Tyrannei ist, der Schmach und des namenlosen Unrechtes. Wir grüßen sie, aber wir wollen nicht eine Hilfsaktion beginnen, sondern eine große Bewegung für alle jene, die ihr Leben riskieren, um die hebräische Kultur fortzusetzen und die jüdischen Ideale weiterzutragen. Im Namen der amerikanischen Delegierten fordere ich alle Anwesenden auf, an einer solchen Bewegung teilzunehmen zur wirklichen Hilfe für unsere Freunde, die nicht konterrevolutionär sind, sondern im Gegenteil die alte jüdische Tradition fortsetzen, die Tradition der Freiheit und des Strebens nach einem stolzen nationalen Leben als Juden in dem jüdischen Lande (Starker Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Nach diesen Kundgebungen brauche ich über den Antrag wohl nicht mehr formell abstimmen zu lassen. SALOMON KAPLANSKY (Mitglied der Exekutive): Ich muß darauf aufmerksam machen, daß die Einfügung der Worte „der jüdischen Religion" von der Kommission nicht vorgesehen war (Unruhe. GRÜNBAUM und KA¬ PLANSKY machen RABBI MEIR BERLIN heftige Vorwürfe. Proteste von Seiten des Misrachi). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Beruhigen Sie sich, es wird hier kein Kampf für oder gegen die Religion geführt. Die Worte „der jüdischen Religion" sind nachträglich eingeschoben worden. Falls Verfolgungen der jüdischen Religion in Rußland vorgekommen sind, wird niemand dagegen stimmen. Ich entnehme den Zurufen, daß ein Amendement, diese Einschaltung betreffend, verlangt wird, und konstatiere, daß es einstimmig angenommen worden ist. Damit ist auch dieser Antrag formell angenommen, und die Anträge der Politischen Kommission sind erledigt. Nach einer kurzen Pause, während der das Präsidium zu einer Beratung zusammengetreten isty folgt der BERICHT DES PERMANENZ AUSSCHUSSES. VORS. DES PERMANENZAUSSCHUSSES Dr. GEORG HALPERN (Allg., Weltw. — spricht deutsch): Hoher Kongreß! Im Auftrage des Permanenzausschusses habe ich die Ehre, Ihnen nachstehenden Bericht zu erstatten: Der Permanenzausschuß hat sich mit drei Aufgaben beschäftigt, mit den Vorschlägen für die Wahl des Präsidenten der Zionistischen Organisation, mit dem Vorschlag für die Wahl der übrigen Mitglieder der Exekutive und mit den Vorschlägen für die Wahl der Mitglieder des Aktionskomitees und der Mitglieder des Council der Jewish Agency. Bis auf eine Aufgabe haben wir alle anderen gelöst und bringen Ihnen nun unseren Bericht. Die eine Frage, die ihre Erledi-