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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 456

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 456 (sequence 459)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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456 2j. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission Der Kongreß beauftragt die Exekutive, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Auswanderung aller wegen ihrer zionistischen Gesinnung Verfolgten aus Räte-Rußland nach Palästina zu ermöglichen. Der Kongreß sendet seine Ermutigungsgrüße den schwer für das zionistische Ideal kämpfenden und leidenden Zionisten in der Sowjet-Union.. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Zu der Resolution über die Verfolgungen der Zionisten in Rußland kann ich es mir nicht versagen, wenigstens in einigen kurzen Worten dem Ausdruck zu geben, was wir seit Jahren über diese Vorgänge empfinden und seelisch und geistig erleben. Immer wieder hören wir von den Verfolgungen unserer Gesinnungsgenossen in demselben Rußland, das den größten Anteil an der nationalen Bewegung des Judentums genommen und sowohl für die Schöpfung des zionistischen Ideals als für die praktische Arbeit in Erez Israel Historisches geleistet hat. An den Informationen über die Einsperrung, Deportierung und Marterung von Tausenden von Gesinnungsgenossen erfüllt uns neben unserem tiefsten Mitgefühl für diese Leiden vor allen Dingen die Tatsache mit dem größten Unwillen, daß der Zionismus in einem Lande, welches die Erneuerung der Menschheit auf seine Fahne geschrieben hat, in böswilliger Weise als eine konterrevolutionäre Bewegung dargestellt wird. Wir protestieren dagegen, daß eine Bewegung der Befreiung und der Regenerierung eines ganzen Volkes, welche mit schweren Opfern und dem Heldentum der Arbeit verbunden ist, so bezeichnet und gegenüber Unwissenden verleumdet wird. Wir nehmen darum in erster Reihe die Gelegenheit wahr, um unseren Brüdern und Schwestern, die dort als Gesinnungsgenossen Unterdrückungen ausgesetzt sind, weil sie einer herrlichen Idee huldigen, unsere Bewunderung auszudrücken (Stürmischer Beifall, Delegierte und Gäste erheben sich). Daß Zehntausende, Jünglinge und Mädchen, dort weiter unsere Ideale hochhalten und unsere Ideen weitertragen, unverzagt in aller Bedrängnis, das sei mit goldenen Zeichen in unserer Geschichte eingeschrieben. Und es sei ihnen mitgeteilt, daß wir ihren Schmerz teilen und mit Leib und Seele mit ihnen sind. Den Juden überall aber sei gesagt, daß sie die Ehrenpflicht haben, der Welt bekannt zu geben, was in Rußland vorgeht, und unseren Brüdern zu helfen. Hoffentlich wird der Tag bald kommen, wo sie wieder in aller Freiheit dem nationalen und zionistischen Gedanken dienen können. Wir senden ihnen diesen unseren Protest und den Gruß des Kongresses (Die Delegierten und Gäste erheben sich neuerlich unter starken Beifallskundgebungen). Dr. STEPHEN S. WISE (Allg.y Amerika — spricht englisch): Wenn ich noch in englischer Sprache zu dieser Resolution sprechen soll, so habe ich nur auszusprechen, daß die ernsten Worte des Vorredners die tiefgefühlte Billigung aller Anwesenden und sicherlich aller Juden der Welt finden. Von Sympathie mit dem unglücklichen Teil unserer Brüder in Sowjet-Rußland erfüllt, rufen wir hier nicht die Regierung und die Institutionen von Sowjet-Rußland vor das Forum der öffentlichen Gerechtigkeit. Sowjet-Rußland hat das Recht, seinen Einwohnern die Gesetze vorzuschreiben, die es für gut hält im Interesse der ganzen Bevölkerung. Aber wir wünschen unseren feierlichen Protest auszusprechen gegen die grausame und ungerechte Behandlung der Juden, denen das Recht vorenthalten wird, die hebräische Sprache und Kultur zu pflegen. Wir protestieren besonders gegen die fortgesetzten Ungerechtigkeiten gegenüber den Zionisten in

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