Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 461)
- Language
- German, English, Hebrew
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458 2j. Kongreß-Sitzung: Wahlen gung im Permanenzausschuß noch nicht gefunden hat und über die Ihnen der Bericht heute in der Nachtsitzung vorgelegt werden wird, betrifft die Frage der übrigen Mitglieder der Exekutive der Zionistischen Organisation. An der Zusammenstellung dieser Liste wird vom Permanenzausschuß noch gearbeitet, und ich kann zunächst einmal die Hoffnung aussprechen und die erfreuliche Mitteilung machen, daß alle Aussicht besteht, daß wir Ihnen heute abend eine Liste für die Exekutive vorlegen werden, die eine Koalition aller Parteien darstellt mit Ausnahme einer Partei, die grundsätzlich an der Wahl der Exekutive nicht teilzunehmen wünscht, der Revisionisten. Nun erlaube ich mir, Ihnen die Personalvorschläge des Permanenzausschusses für die Abstimmung zu unterbreiten: Der Permanenzausschuß schlägt Ihnen vor, zum Präsidenten der Zionistischen Organisation zu wählen Herrn Nahum Sokolow (Lebhafter Beifall, ein großer Teil des Kongresses erhebt sich und akklamiert Herrn Sokolow). BERL LOCKER (Arb., Amerika): Im Namen der Arbeiterfraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: Wir stehen inmitten von Verhandlungen wegen der Bildung der neuen Exekutive. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, obwohl gewisse Aussichten dafür vorhanden sind, daß sie zu einem positiven Resultate führen werden. Der Präsident der Zionistischen Organisation ist jedoch für uns nicht zu trennen von der ganzen Exekutive, und wir können nicht für die Wahl irgend eines Präsidenten der Zionistischen Organisation stimmen, ohne vorher zu wissen, wie die neue Exekutive aussehen wird, an deren Spitze der Präsident der Organisation steht. In der Permanenzkommission haben wir uns mit allen Kräften dagegen gewehrt, daß die Wahl des Präsidenten von der Wahl der Exekutive getrennt werde, da wir hiefür weder einen sachlichen, noch einen technischen Grund sehen. Der Kongreß wird heute eine Nachtsitzung haben, in welcher er eine neue Exekutive wird wählen können, und es war möglich, die Wahl des Präsidenten der Organisation bis dahin zu verschieben. Aus mir unbekannten Gründen hat die Mehrheit des Permanenzausschusses mit den Stimmen der Revisionisten, die erklärt hatten, sich grundsätzlich an der Wahl der Exekutive nicht zu beteiligen, beschlossen, die Wahl des Präsidenten der Organisation und die Wahl der Exekutive getrennt durchzuführen. Wir haben schon im Permanenzausschuß dagegen gestimmt, wobei wir erklärten, daß dies nicht ein Mißtrauensvotum gegen den neuen Präsidenten bedeutet, sondern daß wir unser Votum von dem Programm und der Zusammenstellung der neuen Exekutive abhängig machen. Es ist charakteristisch, daß die Wahl des Herrn Sokolow im Permanenzausschuß mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Arbeiterfraktion und der Gruppe A der Allgemeinen Zionisten erfolgte. An der Wahl haben sich auch die Revisionisten beteiligt (Zwischenruf LICHTHEIM: Das ist unser Recht!). Ich protestiere nicht dagegen, daß die Revisionisten gestimmt haben. Ich stelle das nur als psychologische Tatsache fest, das ist mein Recht. Wir protestieren gegen den Versuch, uns unsere Entscheidung bei der Abstimmung dadurch unmöglich zu machen, daß man beide Abstimmungen trennt. Wir sind nicht prinzipiell und auch nicht persönlich gegen die Person des Herrn Sokolow. Unsere Stellung zum neuen Präsidenten der Organisation wird abhängig sein vom Programm und von der Zusammenstellung der neuen Exekutive. In dieser Tren-