Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 455)
- Language
- German, English, Hebrew
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452 2j. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission genstand der Beratung bildete. Es ist wohl möglich, daß die revisionistischen Kollegen aus besonderen Gründen nicht bei allen Beratungen der Politischen Kommission anwesend sein konnten. Tatsache aber ist, daß nur der Antrag, im letzten Absatz das Wort „lediglich" einzufügen, von den Revisionisten in der Kommission gestellt wurde. In erster Reihe ist es also Sache des Kongresses zu entscheiden, ob über die nichtangemeldeten Minderheitsanträge im Plenum diskutiert werden soll. Bis zu dieser Entscheidung des Kongresses werde ich mich lediglich mit dem letzten Amendement Grossmann befassen. Die Kommission hat speziell in dieser Frage mit großem Verantwortungsgefühl gearbeitet. Es sind drei oder vier Redaktionen beraten, verworfen und neuerlich textiert worden (Zuruf: Unter Beteiligung der Revisionisten?). Unsere Vorbehalte und die Feststellung, daß uns der Brief nicht völlig befriedigt, finden ihren Ausdruck in dem ganzen Text der Kommissionsresolution. Wir dürfen nicht durch das Wort „lediglich" den MacDonald-Brief illusorisch machen, indem wir erklären, daß er bloß die Basis für weitere Unterredungen bilde. Das entspricht nicht seinem Inhalt und seinen Intentionen. Daher würden wir die Einfügung des Wortes „lediglich" als Fehler betrachten. Ich beantrage, die Resolution unverändert zum Beschluß zu erheben. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wenn Anträge die Kommission nicht passiert haben, können sie vom Kongreß nur behandelt werden, wenn 20 Delegierte sie stellen. Ich frage: Waren die Minderheitsanträge in der Kommission? Wenn nicht, ist es richtig, daß die letzte Sitzung der Kommission nicht zustandegekommen ist? BERICHTERSTATTER Dr. RINGEL: Unsere revisionistischen Kollegen waren bei der letzten sehr langen Kommissionssitzung anwesend. Wir haben die ganze Resolution unter Mithilfe der revisionistischen Vertreter genau durchdiskutiert. Das einzige Amendement, das von der revisionistischen Gruppe vorgelegt wurde, bezog sich auf die Einfügung des Wortes „lediglich" im letzten Absatz. MEIR GROSSMANN: Zu der Sitzung der Politischen Kommission, die über diese Resolution beriet, konnten die Revisionisten erst knapp vor Schluß kommen. Außerdem wurde eine Reihe von Resolutionen einer Subkommission übergeben, die die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht der Politischen Kommission übergeben hat. Wir glaubten, daß zu diesem Zweck heute eine Sitzung der Politischen Kommission stattfinden werde, wo wir unser Amendement vorgebracht hätten. Aber abgesehen davon, schlage ich im Namen von 50 Delegierten unsere Abänderungsvorschläge dem Kongreß zur Annahme vor. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Das Präsidium nimmt die Erklärung der Minderheit, daß sie teilweise an den Kommissionssitzungen nicht teilnehmen konnte, zur Kenntnis. Es schlägt Ihnen daher vor, ohne jedoch einen Präzedenzfall zu schaffen, ausnahmsweise die Abstimmung über die Minderheitsvorschläge vorzunehmen, obwohl diese Vorschläge nicht in der Kommission gewesen sind. Ihren Kommentar, Her/ Grossmann, akzeptieren wir nicht. BERICHTERSTATTER Dr. RINGEL: Im Namen der Kommission erkläre ich mich gegen die Vorschläge Grossmanns. Es ist wichtig festzustellen, daß