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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 449

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 449 (sequence 452)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ringel 449 Bevor ich diesen Teil meines Berichtes schließe, möchte ich Ihnen eine Mitteilung machen. Auf dem Posten des High Commissioners ist laut aus London eingetroffenen Nachrichten eine Änderung eingetreten. Als Nachfolger von Sir John Chancellor ist General-Leutnant Arthur Grenfell Wauchope ernannt worden, welcher in den Anfängen der Amtszeit Sir Herbert Samuels in den Jahren 1920—1921 eine Zeitlang in Palästina als Truppenführer stationiert war. Wir drücken den Wunsch und die Hoffnung aus, daß seine Amtsführung dem Lande zum Segen gereichen, daß er im Sinne der Balfour-Deklaration und des Palästina-Mandates das jüdische Nationalheim in Palästina seiner Verwirklichung näherbringen und dadurch ermöglichen soll, daß das in den letzten Jahren erschütterte Vertrauen des jüdischen Volkes zur englischen Palästinaverwaltung wiederhergestellt werden könne. Und nun gestatten Sie mir zu einer anderen Angelegenheit überzugehen, zur Lage unserer Gesinnungsgenossen in Rußland. In Rußland wütet seit Jahren ein erbarmungsloser Kampf gegen das Judentum und alles, was jüdische Religion, jüdische Kultur und jüdische Sprache heißt. Die Sowjetbehörden möchten jede Regung des jüdisch-nationalen Geistes, jeden Versuch der Pflege unserer Kultur sofort im Keime ersticken. Unsere Gesinnungsgenossen, unsere tapfere zionistische Jugend, der wir von hier aus unseren herzlichen Brudergruß übersenden, ist gezwungen, unter Lebensgefahr im geheimen für ihr zionistisches Ideal zu arbeiten, bespitzelt von der Sowjetpolizei, bedroht mit den strengsten Strafen, jeden Augenblick der Verhaftung und der Verschikkung in das Massengrab Sibirien gewärtig. Die Verfolgungswut unserer Feinde geht noch weiter. Die Verbannten, welche der zionistischen Partei angehören, werden auch, wenn die ihnen als Strafe auferlegte Verbannungszeit vorüber ist, unberechtigterweise zurückgehalten. Durch die unsagbaren Härten des Gefängnisses und der Verbannung werden unsere Brüder und Gesinnungsgenossen oft zu Verzweiflungstaten getrieben. Dies alles tun die Sowjetbehörden unter dem Vorwande, daß die Verhafteten eine konterrevolutionäre Tätigkeit entfalten. Diese Methode ist aber zu durchsichtig, als daß sie nicht durchschaut werden könnte. Diese lügenhaften Behauptungen dienen nur als Ausrede. Wir sehen uns gezwungen, von dieser Tribüne aus in feierlicher Weise die ganze gesittete Welt anzurufen. Eine Gruppe von Menschen, deren einzige Schuld es ist, daß sie ihr Volk lieben und für seine Wiedergeburt leben wollen, wird auf die grausamste Weise verfolgt. Feierlich erheben wir dagegen Protest und senden unseren in der Gefangenschaft in den entlegensten Orten Sibiriens schmachtenden Brüdern unsere Grüße und die Versicherung, daß wir ihrer nicht vergessen (Stürmischer Beifall). Der Resolutionsantrag der Politischen Kommission zum MacDonald-Brief lautet: Der Kongreß nimmt Kenntnis vom Briefe des britischen Prime Ministers an Dr. Weizmann vom 13. Februar 1931 und von seiner Erklärung betreffend den autoritativen Charakter dieses Dokumentes und würdigt diejenigen Zusicherungen und Definitionen des Briefes, in welchen die Bereitschaft der Mandatsregierung zum Ausdruck kommt, die gerechten Forderungen des jüdischen Volkes zu berücksichtigen. Zugleich konstatiert der Kongreß, daß der Brief Einschränkungen und Grundsätze enthält, die zu berechtigten Befürchtungen Anlaß geben, und eine Reihe von wichtigen Fragen unerörtert läßt, die im Weißbuch vom Oktober 1930 in einer die 29

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